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Russische Abgeordnete wollen Kriegsschäden neu berechnen

Die von der Bundesrepublik zu zahlenden Reparationen sollten mindestens drei bis vier Billionen Euro betragen, sagte der Duma-Abgeordnete Michail Degtjarjow der Zeitung „Iswestija“.

© dpa

Moskau. Russische Parlamentarier wollen die von Nazi-Deutschland verursachten Kriegsschäden neu berechnen lassen und schließen Reparationsforderungen an die Bundesregierung nicht aus.

Deutschland „ignoriere“ bis heute die 27 Millionen Weltkriegstoten in der Sowjetunion, sagte der Abgeordnete Michail Degtjarjow der Zeitung „Iswestija“ (Dienstag). „Die Reparationen sollten mindestens drei bis vier Billionen Euro betragen“, meinte das Mitglied der ultranationalistischen LDPR.

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Der Chef des Verteidigungsausschusses der Staatsduma, Wladimir Komojedow, sagte, die Verluste hätten die Sowjetunion auf Jahrzehnte hinaus geschädigt. „Ohne den Krieg würden in Russland heute 300 bis 400 Millionen Menschen leben (statt 143 Millionen). Auch das Wirtschaftsniveau wäre anders“, betonte der Abgeordnete der kommunistischen Partei KPRF.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg habe die Sowjetunion Getreide nach Deutschland geschickt, um dem zerstörten Land zu helfen, sagte Sergej Fokin von der Akademie für Volkswirtschaft in Moskau. „Frau Merkel (...) wäre vielleicht gar nicht geboren worden, hätte der Sieger dem Verlierer damals nicht geholfen“, meinte er. Umso schmerzhafter sei, dass Deutschland die „illegitimen“ Sanktionen des Westens gegen Russland in der Ukraine-Krise unterstütze, hieß es. (dpa)