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Russische Ikonen im Tausch gegen Patienten

Korruption. Ex-Chef der Sanitas-Klinikgruppe muss für mehr als sechs Jahre ins Gefängnis.

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München/Dresden. Drei Jahren nach der Affäre um die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK), in die auch ein leitender Angestellter in Dresden verwickelt war, ist gestern ein Urteil gesprochen worden.

Das Landgericht München I sprach den ehemaligen Gesellschafter und Geschäftsführer der Sanitas Kliniken GmbH wegen Vorteilsgewährung schuldig. Er muss für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis, eine frühere Verurteilung wurde angerechnet.

Der heute 64 Jahre alte Diplombetriebswirt hatte dem damaligen Verwaltungsratsvorsitzenden der DAK vier Ikonen geschickt und sich davon erhofft, die Kasse werde ihm mehr Patienten für seine Rehabilitationskliniken zuweisen. Das Urteil ist sofort rechtskräftig. „Korruption war ein Teil seiner Geschäftspolitik“, sagte der Vertreter der Staatsanwaltschaft über den Angeklagten.

Der Gründer der Sanitas-Gruppe mit Sitz in Unterschleißheim bei München hatte bereits seit 1992 Schmiergelder an Mitarbeiter von Krankenkassen gezahlt, um möglichst viele Patienten zugewiesen zu bekommen. Er war dann im November 2004 wegen Bestechung in 56 und Vorteilsgewährung in 17 Fällen zu einer Strafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt worden.

Im August 2003 waren deshalb auch Dienst- und Privaträume eines leitenden Mitarbeiters der DAK in Dresden durchsucht worden. Aus Sachsen wurde bei den Sanitas-Ermittlungen allerdings nur dieser Fall bekannt. Ende 2003 musste die Krankenhausgruppe Insolvenz anmelden. Sie wurde dann mehrheitlich von der Heidelberger Dienstleistungsgruppe SRH gekauft, der auch das Berufsbildungswerk Sachsen und die Hotelfachschule in Pirna gehören.