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Russland muss Tschetschenen Entschädigung zahlen

Russland muss den Familien verschwundener Tschetschenen nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte über 300.000 Euro Entschädigung zahlen.

Straßburg. Russland muss den Familien verschwundener Tschetschenen nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) über 300.000 Euro Entschädigung zahlen. Die russischen Behörden hätten nie ermittelt, unter welchen Umständen die fünf Männer 2001 und 2006 im Konfliktgebiet Nordkaukasus verschwunden seien, hieß es in dem Urteil des EGMR am Donnerstag.

Außerdem habe Russland gegen das Verbot menschenunwürdiger Behandlung und gegen das Recht auf Leben verstoßen. Der Gerichtshof betrachtete es als erwiesen, dass die Angreifer russische Militärs gewesen seien, wie die Angehörigen es behauptet hatten.

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Die Männer waren damals bei einer Straßenkontrolle von bewaffneten Männern in Tarnanzügen geschlagen und verschleppt worden. Seitdem blieben die Familien ohne jede Nachricht von ihnen. Gegen dieses Urteil kann Berufung beantragt werden.

Der Tschetschenienkrieg hat tiefe Wunden hinterlassen. Russland wird in Straßburg immer wieder wegen schwerwiegender Grundrechtsverletzungen in diesem jahrelangen Konflikt verurteilt. Auch heute noch erschüttern trotz strenger Sicherheitsvorkehrungen Terroranschläge das verarmte frühere Kriegsgebiet im Nordkaukasus rund 1.000 Kilometer südlich von Moskau. (dpa)