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Russland warnt USA vor Waffenlieferungen an Ukraine

Die US-Militärhilfe beunruhigt Russland. Im Kriegsgebiet Donbass bleibt die Lage derweil trotz Waffenruhe gespannt. Beobachter warnen vor einer neuen Gewalteskalation.

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© dpa

Moskau/Donezk. Nach der Lieferung erster ungepanzerter US-Militärgeländewagen an Kiew hat Moskau eine harte Reaktion auf eine mögliche Ausrüstung der Ukraine mit westlichen Waffen angekündigt.

„Waffenlieferungen aus den USA an die Ukraine bedrohen die brüchige Feuerpause im Donbass und gefährden direkt die Sicherheit Russlands“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Alexander Lukaschewitsch, am Donnerstag in Moskau. Russland werde aufrüsten, sollte dies geschehen. Die USA hatten am Mittwoch 10 von insgesamt 230 Geländefahrzeugen nach Kiew geliefert.

Die Lage im Kriegsgebiet Donbass habe sich zuletzt entspannt, sagte Lukaschewitsch nach Angaben der Agentur Interfax. „Mit vorsichtigem Optimismus kann man von einer allmählichen Beruhigung sprechen.“

Der Führung in Kiew warf Lukaschewitsch vor, sich nicht an das Minsker Abkommen vom 12. Februar zu halten. Russland verdächtigt die Ukraine, sich den Donbass mit Gewalt von prorussischen Aufständischen zurückholen zu wollen. Beobachter warnen vor einer neuen Eskalation.

Der russische Vizeaußenminister Grigori Karassin betonte nach einem Vierertreffen mit Vertretern Deutschlands, Frankreichs und der Ukraine am späten Mittwochabend in Paris, Russland sei zudem zu einem neuen Treffen auf Ministerebene bereit. Er forderte die ukrainische Regierung zu einem direkten Dialog mit den Separatisten auf. Kiew erkennt die „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk nicht an und lehnt daher solche Gespräche ab, wie der ukrainische Vertreter erklärte.

Die ukrainische Armee und die Aufständischen berichteten von Dutzenden Verstößen gegen die seit Mitte Februar geltende Feuerpause im Kriegsgebiet. Bei einer Minenexplosion in der Nähe der von Regierungstruppen kontrollierten Stadt Artemiwsk kamen zudem mindestens vier Menschen in einem Bus ums Leben. Der Fahrer habe einen Kontrollposten umfahren wollen und dabei mit dem Hinterrad eine Mine zur Explosion gebracht, teilten die Donezker Behörden mit.

Wegen der gespannten humanitären Lage in der Konfliktzone schickte Russland einen weiteren umstrittenen Konvoi mit mehr als 1 600 Tonnen Hilfsgütern nach Donezk und Luhansk. Die Regierung in Kiew kritisiert die Transporte als Verstoß gegen ihre Souveränität. (dpa)