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Politik

Neue Sanktionen gegen Russland?

Kremlkritiker Alexej Nawalny wurde mit einem verbotenen Kampfstoff vergiftet. Heute beraten die Außenminister über neue EU-Sanktionen gegen Moskau.

Der vergiftete russische Kremlkritiker Alexej Nawalny ist inzwischen aus der Berliner Charité entlassen worden.
Der vergiftete russische Kremlkritiker Alexej Nawalny ist inzwischen aus der Berliner Charité entlassen worden. © Uncredited/navalny/Instagram/dpa

Luxemburg. Nach der Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny beraten die EU-Außenminister am Montag (9.00 Uhr) über neue Sanktionen gegen Russland. Außenminister Heiko Maas (SPD) und sein französischer Kollege Jean-Yves le Drian hatten am Mittwoch angekündigt, "ihren europäischen Partnern Vorschläge für zusätzliche Sanktionen" zu unterbreiten.

Zuvor hatte die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) nachgewiesen, dass Nawalny mit einem chemischen Nervengift der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde - und damit Ergebnisse von Laboren in Deutschland, Frankreich und Schweden bestätigt. Für die Täterschaft gibt es aber bisher keine öffentlich zugänglichen Beweise. Nawalny selbst vermutet, dass der russische Staat hinter der Vergiftung steckt. Ob am Montag schon eine grundsätzliche Sanktionsentscheidung getroffen wird, war vor dem Treffen unklar.

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Nawalny war am 20. August während eines Inlandsflugs in Russland zusammengebrochen. Nach einer Notlandung in der sibirischen Stadt Omsk wurde er zur weiteren Behandlung nach Berlin gebracht. Der 44-Jährige hat das Krankenhaus mittlerweile verlassen und macht in der deutschen Hauptstadt eine Reha-Maßnahme. Der Oppositionelle ist einer der schärfsten Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Beratungen über Lage in Belarus und Kirgistan

Neben der Sanktionsfrage beraten die Außenminister am Montag bei ihrem Treffen in Luxemburg auch über die aktuelle Lage in Belarus sowie in Kirgistan. Belarus befindet sich seit der umstrittenen Präsidentenwahl vom 9. August in der größten Krise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren. Täglich gibt es Proteste gegen Machthaber Lukaschenko, der nach der Abstimmung mehr als 80 Prozent der Stimmen für sich reklamierte. Das Ergebnis gilt als grob gefälscht. Die EU hat bereits Sanktionen gegen Unterstützer Lukaschenkos verhängt.

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Auch der Stand der Serbien-Kosovo-Gespräche für eine Normalisierung der Beziehungen beider Nachbarländern sowie die Kämpfe zwischen den verfeindeten Nachbarn Armenien und Aserbaidschan in Berg-Karabach stehen auf dem Programm. In der Nacht zum Samstag hatten sich beide Seiten nach den schwersten Gefechten in der Kaukasus-Region seit Jahrzehnten unter Vermittlung Russlands auf eine Waffenruhe geeinigt. Allerdings war die Feuerpause, die seit Samstagmittag offiziell in Kraft ist, sehr brüchig. (dpa)

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