merken
Politik

Präsident Putin patzt bei Gesprächsrunde in Schule

Ein Schüler hat Russlands Präsidenten bei einem Pressetermin auf einen Fehler hingewiesen. Der reagierte gefasst, die Schuldirektorin dagegen rügte das Kind.

Präsidenten sind auch nur Menschen: Das musste Wladimir Putin bei einem Termin mit Schülern in Wladiwostok feststellen.
Präsidenten sind auch nur Menschen: Das musste Wladimir Putin bei einem Termin mit Schülern in Wladiwostok feststellen. © Sergei Bobylev/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Wladiwostok. Russlands Präsident Wladimir Putin hat bei einer Gesprächsrunde mit Kindern in Geschichte gepatzt und sich von einem Schüler berichtigen lassen. Peter der Große (1675-1725) habe nicht im Siebenjährigen Krieg gekämpft, sondern im Großen Nordischen Krieg, der 21 Jahre gedauert habe, sagte der Junge, dem die Korrektur sichtlich unangenehm war, dem Kremlchef. Zwar bedankte sich Putin für das "Korrektürchen". Doch die Direktorin rügte den Schüler für eine "gewisse Dreistheit", wie Medien berichteten.

Wladimir Putin (r), geht neben Natalya Solovei, stellvertretende Direktorin des Okean-Zentrums, bei seinem Besuch im gesamtrussischen Bildungszentrum für Kinder in Wladiwostok.
Wladimir Putin (r), geht neben Natalya Solovei, stellvertretende Direktorin des Okean-Zentrums, bei seinem Besuch im gesamtrussischen Bildungszentrum für Kinder in Wladiwostok. © Sergei Bobylev/TASS/dpa

Kremlkritische Medien und die Opposition feierten den Mut des Schülers. Der Kommentator Michail Fischman meinte, erstmals wage es jemand, dem Präsidenten zu sagen, dass er nicht recht habe. Kira Jarmysch, die Sprecherin des inhaftierten Kremlkritikers Alexej Nawalny, kritisierte die Lehrerin, die offenbar der Meinung sei, dass "Schule nicht Fakten lehrt, sondern Ergebenheit und Kriecherei".

Anzeige
So klingt das Unbezahlbarland!
So klingt das Unbezahlbarland!

Begnadete Bands, Künstler und ein Chor haben jeweils ihren eigenen Song für den Landkreis Görlitz geschrieben. Reinhören lohnt sich in jedem Fall!

Die Aufregung um den Fall vom 1. September, dem Tag des landesweiten Schulbeginns in Russland, war so groß, dass Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag die Wogen glättete und den Schüler als "Molodez" - zu Deutsch: "Prachtjungen" - bezeichnete. "Das ist gar keine Frechheit. Wir sind kategorisch nicht einverstanden mit der Direktorin der Schule." Peskow äußerte die Hoffnung, dass der Junge an der Schule nicht weiter Ärger bekomme. (dpa)

Mehr zum Thema Politik