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Politik

Russen wollen Nawalny befragen

Russische Behörden wollen sich in Deutschland an den Ermittlungen im Fall des vergifteten Kreml-Kritikers beteiligen.

Alexei Nawalny wird seit dem 22. August in Berlin medizinisch behandelt.
Alexei Nawalny wird seit dem 22. August in Berlin medizinisch behandelt. © Pavel Golovkin/AP/dpa

Moskau. Im Fall des vergifteten Kremlkritikers Alexej Nawalny, der in der Berliner Charité behandelt wird, will sich die russische Polizei an den Ermittlungen in Deutschland beteiligen. Eine entsprechende Anfrage an die deutschen Behörden werde vorbereitet, teilte die Transportpolizei am Freitag mit.

Die Polizeieinheit ist zuständig für die Aufklärung von Verbrechen auf Verkehrswegen. Bisher hatte Moskau stets Ermittlungen im Fall Nawalny abgelehnt, weil es nach Kremlangaben keinen Hinweis auf eine Vergiftung des Oppositionellen auf russischem Staatsgebiet gab. Die Transportpolizei teilte nun mit, dass es Vorermittlungen gebe, die andauerten.

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Es gehe um Voruntersuchungen im Zusammenhang mit der Krankenhausbehandlung Nawalnys, sagte ein Sprecher. Nawalny war am 20. August während eines Flugs von der sibirischen Stadt Tomsk nach Moskau unter Schmerzen zusammengebrochen. Er kam nach einer Zwischenlandung in Omsk in ein Krankenhaus. Ärzte dort versetzten ihn in ein künstliches Koma. Sie sahen keine Hinweise auf eine Vergiftung, sondern stellten lediglich eine Stoffwechselstörung fest. Am 22. August wurde Nawalny nach Berlin ausgeflogen, wo er inzwischen aus dem Koma erwacht ist.

Ermittler zeichnen Nawalnys Sibirienreise nach

Deutsche Spezialisten hatten nach offiziellen Angaben zweifelsfrei eine Vergiftung mit einem verbotenen Chemiewaffen-Kampfstoff aus der Gruppe des in der Sowjetunion entwickelten Nervengifts Nowitschok nachgewiesen. 

Nach Darstellung der Transportpolizei ist inzwischen der gesamte Aufenthalt Nawalnys samt aller Orte in Sibirien chronologisch nachgezeichnet worden. Die Ermittler veröffentlichten diese Ergebnisse. Auch fünf von sechs Begleitern Nawalnys seien befragt worden. Zudem solle nun zu den Passagieren des Flugzeugs Kontakt aufgenommen werden, hieß es in der Mitteilung der Polizei.

Die Ermittler versuchen demnach auch, Kontakt zu einer sechsten Begleiterin Nawalnys zu bekommen. Die namentlich genannte Frau mit britischem Pass habe am 20. August Angaben verweigert. Sie sei am 22. August nach Deutschland ausgereist, es sei seither unmöglich gewesen, von ihr eine Aussage zu bekommen. "Im Moment wird ihr Aufenthaltsort ermittelt", hieß es in der Mitteilung der Polizei. 

Berlin will Russlands Rechtshilfeersuchen nachkommen

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Die Berliner Senatsjustizverwaltung hat unterdessen beschlossen, dem Rechtshilfeersuchen der russischen Behörden nachkommen. Die Staatsanwaltschaft sei von der Verwaltung beauftragt worden, dazu Auskünfte zum Gesundheitszustand Nawalnys einzuholen, teilte die Berliner Generalstaatsanwaltschaft am Freitag auf Twitter mit. Das gelte unter dem Vorbehalt der Zustimmung Nawalnys, der in der Berliner Charité behandelt wird. Weitere Auskünfte dazu seien derzeit nicht möglich. (dpa)

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