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Politik

Russischer Strafvollzug: Nawalny ist sicher

Russlands Straflager sind berüchtigt für Gewalt. Doch der in solch ein Lager verlegte Kremlkritiker Nawalny habe nichts zu befürchten, heißt es vom Strafvollzug.

Alexej Nawalny hinter einer Glasscheibe während einer Anhörung vor dem Bezirksgericht Babuskinsky.
Alexej Nawalny hinter einer Glasscheibe während einer Anhörung vor dem Bezirksgericht Babuskinsky. © Babuskinsky District Court/AP/dpa

Moskau. Nach der Verlegung Alexej Nawalnys aus einer Moskauer Haftanstalt in ein Straflager hat Russlands Strafvollzug betont, dass der Kremlkritiker dort in Sicherheit sein werde. "Ich garantiere, dass es keinerlei Bedrohungen für seine Gesundheit und erst recht nicht für sein Leben gibt", sagte der Direktor der Behörde, Alexander Kalaschnikow, am Freitag der Agentur Interfax. Nawalny könne im Lager auch Arbeit finden, wenn er das wünsche. Menschenrechtler hatten zuvor erklärt, Angst um den Oppositionspolitiker zu haben. Russlands Straflager sind berüchtigt für rohe Gewalt, Folter und auch Todesfälle.

Nawalnys Anwalt hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass sein Mandant die Untersuchungsgefängnis in Moskau verlassen habe. Unterstützer kritisierten, dass weder sie noch Nawalnys Familie wüssten, wohin der 44-Jährige gebracht worden sei. Kalaschnikow erklärte lediglich, Nawalny sei auf Entscheidung des Gerichts nun "dort, wo er sein soll".

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Am vergangenen Samstag hatte ein Gericht Nawalnys Verurteilung zu mehreren Jahren Straflager bestätigt. Unter Anrechnung früherer Haftzeiten und eines mehrmonatigen Hausarrests könnte der Oppositionelle nach Berechnungen seiner Anwälte in rund zweieinhalb Jahren im Sommer 2023 freikommen. Nach seiner Festnahme im Januar saß Nawalny zunächst gut einen Monat in einer Moskauer Haftanstalt.

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