Merken
Deutschland & Welt

Russlands Generalstab: Keine Pläne für Überfall auf Ukraine

Der Generalstabschef von Wladimir Putin nennt Berichte zu einem möglichen Überfall eine "Lüge". Die Militär-Verlegung sei übliche Praxis.

 0 Min.
Die ukrainischen Behörden warfen Russland vor, Panzer und Scharfschützen an die Kontaktlinie in der vom Krieg zerrissenen Ostukraine zu schicken, um "Gegenfeuer zu provozieren".
Die ukrainischen Behörden warfen Russland vor, Panzer und Scharfschützen an die Kontaktlinie in der vom Krieg zerrissenen Ostukraine zu schicken, um "Gegenfeuer zu provozieren". © Andriy Dubchak/AP/dpa

Moskau. Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow hat vor ausländischen Militärattachés westliche Berichte zu einem möglichen russischen Überfall auf die Ukraine als "Lüge" bezeichnet. Die Nato-Staaten widmeten den Truppenbewegungen auf russischem Gebiet derzeit eine außerordentliche Aufmerksamkeit, sagte Gerassimow am Donnerstag einer Mitteilung zufolge vor den Diplomaten in Moskau.

Die Verlegung von Einheiten sei aber eine übliche Praxis der Streitkräfte eines jeden Landes. Russland sei nicht verpflichtet, über solche Bewegungen auf seinem Hoheitsgebiet zu informieren.

Anzeige
Die beliebtesten Küchen "made in Germany"
Die beliebtesten Küchen "made in Germany"

Nolte-Küchen überzeugen mit einem hohen Qualitätsanspruch - und passen damit perfekt ins Portfolio des Küchenzentrums Dresden.

Zugleich warnte Gerassimow die Ukraine vor einer militärischen Offensive in den von prorussischen Separatisten kontrollierten Teilen der Regionen Luhansk und Donezk. "Beliebige Provokationen der ukrainischen Behörden, das Problem im Donbass mit Gewalt zu lösen, werden unterbunden", sagte er.

Die Situation in der Ostukraine bezeichnete er als gespannt. Die ukrainischen Streitkräfte würden durch die Lieferung von Hubschraubern, Kampfdrohnen und Flugzeugen zu "überstürzten und gefährlichen Schritten" verleitet, meinte er.

Putin fordert Sicherheitsgarantien

Der Generalstabschef kritisierte zudem, dass die Ukraine das sogenannte Minsker Friedensabkommen nicht erfülle. Kiew setze in dem Konfliktgebiet zunehmend Waffen ein, die nach dem 2015 unter deutsch-französischer Vermittlung ausgehandelten Dokument verboten seien.

Gerassimow beklagte, dass es insgesamt eine massive Zunahme der militärischen Aktivitäten der Nato an den russischen Grenzen gebe. So würden dort inzwischen jährlich etwa 40 große Manöver abgehalten. Dabei werde nicht nur eine große Zahl an Streitkräften der Nato-Staaten verlegt, nach den Übungen bleibe auch Militärtechnik in den Regionen.

Weiterführende Artikel

EU droht Russland mit Vergeltung

EU droht Russland mit Vergeltung

Die EU-Staaten warnen Russland eindringlich, finden aber keine gemeinsame Linie bei den Energiepreisen. Kanzler Scholz fühlt sich trotzdem wohl.

Ukraine: Außenministerin Baerbock warnt Russland

Ukraine: Außenministerin Baerbock warnt Russland

Die Beziehungen zwischen Moskau und Berlin sind im Zuge zahlreicher Konflikte auf einem Tiefpunkt. Nun spricht Annalena Baerbock eine Warnung aus.

Ukraine-Konflikt: EU bereitet sich auf Russland-Angriff vor

Ukraine-Konflikt: EU bereitet sich auf Russland-Angriff vor

Die EU sucht mit den USA und Großbritannien nach möglichen Sanktionen gegen Russland, um im Falle eines Angriffs reagieren zu können.

"Massive Folgen": G7 drohen Putin bei Angriff auf Ukraine

"Massive Folgen": G7 drohen Putin bei Angriff auf Ukraine

Beim G7-Außenministertreffen in Liverpool lernt Annalena Baerbock gleich mehrere ihrer Amtskollegen kennen. Gemeinsam senden sie einen Appell nach Moskau.

Russland stört sich seit längerem an Nato-Flügen und an der starken Marine-Präsenz etwa von britischen und US-Schiffen im Schwarzen Meer. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte bei seinem Video-Gipfel am Dienstag mit US-Präsident Joe Biden ein Ende der Nato-Osterweiterung sowie Sicherheitsgarantien für Moskau gefordert. Insbesondere will Russland eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine verhindern. (dpa)

Mehr zum Thema Deutschland & Welt