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Rutschen mit Gefahr

Kräftige Minusgrade zaubern Eisdecken auf Gewässer. Zum Eislaufen gibt es im Südkreis nur an wenigen Orten grünes Licht.

© Rafael Sampedro

Region. Seegfrörni heißt das possierliche, aber treffende Wort, das die Schweizer verwenden, wenn ein See komplett vereist ist. Für den Olbersdorfer See kann man von so einem Seegfrörni sicherlich noch nicht sprechen. Aber imposant anzuschauen ist die Eisschicht schon, die sich bei den aktuellen Minusgraden gebildet hat. Anschauen ist aber auch alles, was man höchstens sollte, denn vom Betreten der Eisfläche rät die Gemeinde definitiv ab. „Wir geben bei uns keinerlei Eisflächen frei“, betont Ralph Bürger von der Gemeindeverwaltung.

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Auch die Stadt Zittau gibt sich sehr zurückhaltend in puncto Schlitterspaß: „Die Stadtverwaltung Zittau wird keine Verantwortung dafür übernehmen, was passieren kann, wenn Personen Eisflächen betreten“, betonte Stadtsprecher Kai Grebasch gegenüber der SZ. Man gebe demzufolge auch keine Flächen frei. Die Auswahl in und um Zittau ist ohnehin nicht übermäßig groß: Der Pethauer Teich im Westpark Zittau kann derzeit noch nicht mit einer dicken Eisdecke aufwarten und bei den Schlegler Teichen ist das Wasser abgelassen. Dafür nutzen die Einheimischen aber beispielsweise den Hofteich in Schlegel ausgiebig zum Schlittschuhlaufen.

Explizit erwünscht ist Eislaufen im Ruppersdorfer Volksbadcamp: Bei Enrico Dextor sind die Kufenfreunde seit Sonntag willkommen. „Ich hoffe mal, dass es noch ein bisschen anhält“, sagt Dextor. Das Flutlicht für den abendlichen Eisspaß werde auch gerade errichtet und etwas Warmes zum Aufwärmen nach dem Sport halte sein Imbiss ebenfalls bereit.

Auch die Eisbahn auf dem Soccerfeld in Bernstadt ist in diesem Jahr endlich wieder freigegeben. Am gestrigen Montag wurde sie von der Stadtverwaltung eröffnet, erzählt Bauamtsleiter Marko Fröhlich. Hier, neben der Pließnitztal-Sporthalle, ist jetzt auf rund 200 Quadratmetern Platz für Schlittschuhläufer – und zwar mit maximaler Sicherheit. Denn die Eisschicht auf dem Soccerfeld ist rund zehn Zentimeter dick, erzählt Marko Fröhlich. Selbst wenn die Sonne es in den kommenden Tagen also schaffen sollte, die Oberfläche doch wieder aufweichen zu lassen, „dann bekommt man bei uns höchstens nasse Socken“, sagt Fröhlich mit Blick auf den schweren Unfall, den es am Wochenende auf dem Moritzburger Schlossteich gegeben hat. Vor diesem aktuellen Hintergrund ist auch die Oppacher Bürgermeisterin Sylvia Hölzel (parteilos) vorsichtig: Der Gondelteich sei zwar zugefroren und werde auch genutzt, aber jeder tue dies auf eigene Gefahr.

Offizielle Eislaufflächen gibt es auch in Ebersbach nicht. Das Freibad hat zwar eine Eishaut auf dem Wasserbecken, aber Eislaufen ist dort untersagt, hieß es auf Nachfrage. Auch die Eisdecke des Volksbades in Neugersdorf ist noch tabu: „Leider ist die Eisdicke bei Weitem noch nicht ausreichend“, betont der Geschäftsführer der Stadtwerke Oberland, Steffen Ain, und warnt ausdrücklich, sich aufs Eis zu wagen. Ungern sehen zudem die Mitglieder des Anglervereins aus Neugersdorf die Schlittschuhläufer auf Fischzuchtgewässern. Das Eislaufen störe unter anderem die Winterruhe der Fische, heißt es auf Nachfrage.

Die Frage nach Wintersport stellt sich für Flüsse derzeit ohnehin nicht, denn trotz der knackigen Minusgrade sind beispielsweise Lausur und Mandau in Großschönau noch nicht zugefroren, berichtet Gemeindewehrleiter Fabian Hälschke. Die Landestalsperrenverwaltung warnt ausdrücklich davor, zugefrorene Flüsse zu betreten. Und die Städte und Gemeinden mahnen von Löbau bis Großschönau davor, zu wagemutig zu sein. (SZ/jl/gla/sdn/hg/abl)