merken

S-Bahn-Takt für den Landkreis

Gleich auf drei Strecken könnten schon bald halbstündlich Züge rollen. Auch auf der wichtigen Verbindung zwischen Dresden und Bautzen.

© dpa

Von Jens Fritzsche

Bautzen. Es klingt verlockend: Ein S-Bahn-Takt zwischen Dresden und Bautzen. „Das ist ganz klar unser Ziel“, sagt Burkhart Ehlen der Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO). Der Verkehrsverbund, dessen Gebiet im Landkreis Bautzen bis kurz vor Bischofswerda reicht, verspricht sich jedenfalls sehr viel vom Halbstundentakt in die an Dresden grenzenden Regionen. Nicht zuletzt im Landkreis Bautzen. Die Fahrgastzahlen zeigen in jedem Fall das Potenzial.

Gesundheit und Wellness
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de
Gesundheit und Wellness auf sächsische.de

Immer gerne informiert? Nützliche Informationen und Wissenswertes rund um das Thema Gesundheit und Wellness haben wir in unserer Themenwelt zusammengefasst.

Und so sind eine S  6 nach Königsbrück und eine S 7 nach Kamenz angedacht. Und eben auch eine S  8 nach Bautzen. Dafür müsste allerdings zunächst der Knoten Bischofswerda ausgebaut werden. Dort könnten sich dann die Züge Richtung Bautzen und Zittau teilen. Einen Zeitplan für die Umsetzung all dieser S-Bahn-Pläne gibt es noch nicht, sagt VVO-Sprecher Christian Schlemper.

Dazu muss zudem auch der Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (Zvon) mit ins Boot, der die östliche Hälfte des Landkreises bedient. „Vor wenigen Tagen hat es zumindest schon erste Gespräche beim Zvon in Bautzen gegeben, bei denen unser Abteilungsleiter für Verkehr das Projekt vorgestellt hat“, macht Schlemper deutlich, dass der VVO das Projekt will.

Großes Interesse in Bautzen

Auch beim Zvon stößt der Vorschlag auf offene Ohren. „Wir begrüßen selbstverständlich jede Angebotsverbesserung – ob das Angebot dann S-Bahn heißt oder ein jeweiliger Stundentakt für den Regional-Express und die Regional-Bahn eingerichtet wird, ist dabei zweitrangig“, sagt Zvon-Sprecherin Sandra Trebesius. Allerdings müsse zunächst die Finanzierbarkeit gesichert werden.

Der Zvon sei bereits mit dem Freistaat im Gespräch, um das derzeitige Angebot zwischen Dresden und Görlitz im Stundentakt finanzieren zu können. „Im Ergebnis der Strategiekommission des Freistaates, die im letzten Jahr ihren Abschlussbericht vorgelegt hat, hat dieses Thema höchste Priorität“, verweist die Zvon-Sprecherin auf positive Signale. „Wir hoffen, dass das ab 2020 finanziert werden kann, denn aus den Haushaltsmitteln, die dem Zvon zur Verfügung stehen ist ein stündlicher Regional-Express auf dieser Strecke nicht ohne Verzicht an anderer Stelle finanzierbar“, macht sie deutlich.

Warum nicht bis Görlitz?

Wenn zudem konkrete Gespräche über das Thema S-Bahn nach Bautzen auf den Diskussions-Tisch kommen, „muss aus unserer Sicht neben der Finanzierbarkeit allerdings auch das Netz diskutiert werden“, findet Sandra Trebesius. Und fragt: „Warum sollte eine S-Bahn in Bautzen enden und nicht bis Görlitz weiter geführt werden?“ Es gibt also noch eine Menge Gesprächsbedarf, so scheint es.

Politisch dürfte den Ideen – zumindest auf Landkreis-Ebene – jedenfalls nichts im Wege stehen. Schließlich macht sich Bautzens Landrat Michael Harig (CDU) bekanntlich seit Langem für die Fusion beider Verkehrsverbünde stark. Er will dabei einen einheitlichen Tarif für den gesamten ehemaligen Regierungsbezirk Dresden. Von Riesa bis an die polnische Grenze.

Im Raum Görlitz ist man jedoch skeptisch, fürchtet eine zu große Dresden-Dominanz und ein Abhängen der Region. Eine politische Debatte; Ergebnis offen. Bei Ausschreibungen – wie jüngst der Zugstrecke zwischen Dresden, Bautzen und Görlitz sowie Zittau – arbeiten die Verbünde zudem längst zusammen. Und vielleicht demnächst auch beim Thema S 8?