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S177-Brücke bei Radeberg fast komplett

Entlang der Trasse entstehen derzeit zahlreiche Bauwerke. Im Januar startet das nächste Vorhaben.

© Thorsten Eckert

Von Thomas Drendel

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Radeberg. Steht ein Kran auf dem Feld... So hätte ein Witz unter Radebergern beginnen können. Denn auf dem Acker an der Straße in Richtung Leppersdorf war lange einer zu sehen, ohne dass klar wurde, was er da macht. Dann wuchsen Betonpfeiler aus dem Boden, bei denen auch nicht so recht erkennbar war, wofür sie eigentlich dienen. Jetzt sind die Betonklötze durch riesige blaue Stahlträger miteinander verbunden und sofort ist offensichtlich, was das Ganze einmal werden soll. Dort, mitten auf dem Feld unweit des Heiteren Blicks entsteht eine Brücke. Sie wird einmal die noch nicht vorhandene dreispurige Schnellstraße überqueren. Über sie verläuft dann ein Wirtschaftsweg (siehe Infografik). Nach Angaben des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) liegen die Kosten bei knapp einer Million Euro.

© Grafik: SZ/Gernot Grundwald

Ampel regeln den Verkehr

Sie reiht sich in eine ganze Anzahl von Bauwerken ein, die momentan noch recht einsam in der Landschaft stehen, künftig aber durch die Schnellstraße miteinander verbunden sind. So rumoren Bagger derzeit auch auf einem Feld zwischen Leppersdorf und Lichtenberg. Auch hier an der Verbindungsstraße (K 9250) zwischen beiden Orten wird eine Brücke entstehen. Derzeit wird hier eine Behelfsfahrbahn verlegt. Auf der werden Autofahrer an der Brückenbaustelle vorbeigeleitet. Schon jetzt regelt hier eine Ampel den Verkehr.

Auch von Leppersdorf in Richtung Wachau sind Bauleute bei der Arbeit. Hier entstehen zwei weitere Brücken. Über eine wird in der Zukunft die Kreisstraße (K 9254) von Leppersdorf nach Wachau über die S 177 führen. Das Bauwerk befindet sich westlich von Leppersdorf unmittelbar am Ortsausgang in Richtung Wachau. Auch diese Kreisstraße muss für die Bauarbeiten voll gesperrt werden. Ebenso soll eine Umfahrung den Verkehr zwischen den Orten gewährleisten, allerdings einspurig mit zwei Ausweichstellen.

Etwa 30 Meter südlich der Kläranlage Leppersdorf wird eine Brücke für die Schnellstraße selber errichtet. Sie dient als Querung der Kleinen Röder sowie für einen Rad- und Fußweg. Beide verlaufen ebenfalls unter der Brücke: Eine Umleitung des öffentlichen Verkehrs ist hier nicht notwendig. Spielt der Winter mit, herrscht also nicht ganz so strenger Frost, sollen die Bauarbeiten an der Stelle am 7. Januar 2019 beginnen. Nach Angaben von Isabel Siebert, Sprecherin des Lasuv, betragen die Kosten für diese drei Vorhaben fast vier Million Euro.

Fledermausbrücken fast fertig

Während diese Bauwerke gerade entstehen, sehen die Fledermausbrücken unweit der Sandgrube schon fast fertig aus. In großen Bögen überspannen sie künftig die drei Fahrspuren. Die Baukosten für die beiden Brücken betragen rund 2,7 Millionen Euro. Über die Fledermausbrücken werden die Tiere mittels speziellen Sträuchern geleitet. So werden Zusammenstöße mit Autos vermieden. Fledermäuse hatten vor drei Jahren den gesamten Planungsprozess der Schnellstraße durcheinandergebracht. Bei Untersuchungen entlang der Trasse waren zwölf Fledermausarten entdeckt worden. Ihre Flugschneisen mussten in die Unterlagen aufgenommen werden.

Mit dem Neubau eines weiteren 5,3 Kilometer langen Teilstückes zwischen Radeberg und der A 4 erhält Leppersdorf die lang ersehnte Ortsumgehung. Außer den Brücken entstehen unter anderem zwei Hochwasserrückhaltebecken und es wird eine neue Autobahn-Anschlussstelle errichtet. Gleichzeitig wird die vorhandene Anschlussstelle Pulsnitz zurückgebaut.

Die Gesamtkosten für den gesamten Abschnitt der S 177 belaufen sich auf rund 50 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt aus dem Landeshaushalt des Freistaates Sachsen. Die Gemeinde Wachau trägt einen Eigenanteil von rund 1,6 Millionen Euro. Die neue Staatsstraße verbindet die Bundesautobahn A 17 bei Pirna mit der A 4 bei Pulsnitz und wird eine Gesamtlänge von rund 33 Kilometern haben. 17,5 Kilometer sind bereits befahrbar.