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S 2 soll öfter bis Pirna fahren

© Marko Förster

Eine geplante Neuregelung der Deutschen Bahn würde vor allem den Meißnern zugutekommen. Aber auch Pirna soll ein wenig profitieren.

Von Christian Eissner

Pirna. Viele Jahre wurde darüber diskutiert, der Termin immer wieder verschoben. Jetzt soll die Taktverdichtung für die S-Bahn-Linie 1 wirklich kommen. Ab April 2017 sollen die Züge im 15-Minuten-Takt fahren, teilt der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) mit. An diesem Mittwoch entscheidet die Verbandsversammlung des VVO über den dichteren Takt.

Für S-Bahn-Pendler aus der Sächsischen Schweiz bleibt die Nachricht aber nur eine Randnotiz. Denn entgegen vorherigen Überlegungen soll der Viertelstundentakt der S 1 nur zwischen Dresden-Hauptbahnhof und Meißen gelten. In Richtung Heidenau, Pirna und Bad Schandau bleibt es beim bisherigen Halbstundentakt. Man habe verschiedene Varianten geprüft, sagt VVO-Sprecher Christian Schlemper auf SZ-Nachfrage. Letztlich habe sich die Taktverdichtung zwischen Dresden und Meißen als am wirtschaftlichsten erwiesen. Hintergrund ist, dass schon jetzt zu den Haupt-Pendlerzeiten viermal pro Stunde eine S-Bahn von Dresden nach Pirna fährt, da die S 1 (Schöna – Meißen) und die S 2 (Pirna – Dresden-Flughafen) gemeinsam auf dem Abschnitt unterwegs sind.

Eine Ausdehnung des Viertelstundentakts der S 1 auf die komplette Strecke zwischen Schöna und Meißen hätte bedeutet, dass vom Pirnaer Bahnhof rein rechnerisch alle zehn Minuten eine S-Bahn Richtung Dresden gestartet wäre. Für Pendler ein Segen, dem VVO aber offenbar doch zu teuer. So wird, wenn die Verbandsversammlung am 30. November ihr Okay gibt, der Abschnitt zwischen Dresden-Hauptbahnhof und Dresden-Neustadt ab April das einzige Streckenstück des S-Bahn-Netzes mit Zehn-Minuten-Takt werden. Am Bahnhof Neustadt teilen sich die Stecken nach Meißen und zum Flughafen.

Taktverdichtung kostet Millionen

Bei den geplanten Verbesserungen im S-Bahn-Netz soll Pirna aber nicht ganz außen vor bleiben, kündigt Christian Schlemper an. Der Verkehrsverbund plant, eine Lücke im Fahrplan der S 2 zu schließen. Bisher nämlich endet die Linie 2 vormittags etwa zwischen 9 und 12 Uhr aus Richtung Dresden bereits in Heidenau. „Wir wollen erreichen, dass künftig jede S 2 bis Pirna fährt“, erklärt Schlemper. Auch das soll die VVO-Verbandsversammlung am Mittwoch beschließen. In Kraft treten könnte die Neuregelung im Laufe des kommenden Jahres.

Bereits seit Anfang des Jahres fährt die S 2 auch an Sonnabenden bis Pirna, was zuvor nicht der Fall war. An den Adventswochenenden pendelt sie zusätzlich auch sonntags zwischen Dresden und Pirna.

Wochentäglich pendeln nach Angaben des Verkehrsverbundes circa 14 500 Fahrgäste mit der S 1 zwischen Dresden und Pirna bzw. Schöna. Die S 2 befördert noch einmal rund 3 700 Menschen pro Tag. Insgesamt, sagt VVO-Sprecher Christian Schlemper, seien die geplanten Erweiterungen des Angebots sehr gute Nachrichten. „Anfang des Jahres wurde noch über mögliche Streckenstilllegungen diskutiert“, ruft er in Erinnerung.

S-Bahn-Wagen werden aufgerüstet

Die Taktverdichtung der S 1 zwischen Dresden und Meißen auf eine Viertelstunde ist zunächst in der Zeit zwischen 5.30 und 8.30 Uhr sowie zwischen 15 und 18 Uhr geplant. Bisher stand fehlendes Geld dem Projekt entgegen. „Wir mussten genau abwägen, was sinnvoll ist und was wir uns leisten können“, sagt Schlemper. Zusammen mit Forschern der TU Dresden wurden verschiedene Szenarien entworfen. Eine genaue Summe will der Sprecher nicht nennen. Aber feststehe, dass der neue Takt Mehrkosten in Höhe von mindestens zehn Millionen Euro bedeutet. Insgesamt sind im VVO-Haushalt rund 99 Millionen Euro für den Eisenbahnverkehr im gesamten Netz vorgesehen.

Bis 2027 – so lange läuft der Vertrag mit der Deutschen Bahn – soll die neue Taktung mindestens gültig sein. Neue Züge und Lokomotiven müssen nicht angeschafft werden, sagt Schlemper. Die Deutsche Bahn habe in den letzten Jahren einige Streckennetze in Sachsen verloren. In der Folge werden weniger Züge gebraucht. „Normalerweise wären die überschüssigen Fahrzeuge aus Sachsen abgezogen worden, aber jetzt finden sie auf unserer Strecke Verwendung“, so der Sprecher. Schrittweise sollen die Züge auf das gleiche Ausstattungsniveau wie die jetzigen S-Bahn-Wagen gebracht werden. Dafür werden in den ersten Monaten Klapptische und Video-Überwachung eingebaut.