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Sachsen: 126,5 Millionen für Corona-Schutz

Der Freistaat hat Schutzausrüstung hauptsächlich aus China gekauft. Eine Herausforderung - denn auf dem Markt tummeln sich zahllose Betrüger.

Das Geschäft mit Atemschutzmasken floriert seit Corona - auch der Freistaat gibt Millionen für Schutzausrüstung aus.
Das Geschäft mit Atemschutzmasken floriert seit Corona - auch der Freistaat gibt Millionen für Schutzausrüstung aus. © dpa/Daniel Karmann

Dresden. Sachsen hat in der Corona-Krise bisher Schutzausrüstung und -material für 126,5 Millionen Euro gekauft - vornehmlich in China. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Landtag heraus. Das Geld stamme aus dem Corona-Bewältigungsfonds Sachsen. Die Task Force Beschaffung habe in der Zeit vom 21. März bis zum 15. Juni täglich etwa 40 bis 50 Angebote erhalten. "Nur etwa jedes zwanzigste Angebot stellte sich als seriös heraus", hieß es.

Bereits im April hatte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) Probleme mit unseriösen Angeboten eingeräumt. „Leider versuchen Glücksritter mit falschen Angeboten und der Hoffnung auf Vorkasse, schnelles Geld auf dem Rücken des Steuerzahlers zu verdienen“, teilte sie damals auf SZ-Anfrage mit. Sie sei froh, „dass unser eigens dafür gebildetes Team so gewissenhaft arbeitet, dass wir diesen Glücksrittern nicht in die Falle gehen.“

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Kritik an Auslands-Einkäufen

Nach Angaben der Regierung ist vor allem die aus China gelieferte Schutzausrüstung nicht nach den einschlägigen Normen geprüft und hergestellt worden. Sie sei ursprünglich auch nicht für den deutschen Markt bestimmt gewesen. Allerdings sei eine erste Sichtprüfung bereits in China durch den TÜV Nord erfolgt, nach Anlieferung in Sachsen eine weitere durch die Landesdirektion und das Gesundheitsministerium. Die KN95-Atemschutzmasken habe man zusätzlich durch zertifizierte Labore prüfen lassen.

"Lebensnotwendige Produkte wie Medikamente oder Schutzausrüstung müssen wir vorrangig in Deutschland nach den hier geltenden Standards herstellen, um darauf im Notfall schnell Zugriff zu haben", sagte der AfD-Landtagsabgeordnete Frank Schaufel. Hinzu komme der wirtschaftliche Aspekt: "Es ist besser, wenn wir für über 100 Millionen Euro in Sachsen oder Deutschland einkaufen und unsere einheimischen Unternehmen damit unterstützen." (dpa mit SZ/mxh)

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