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Sachsen bekommt Supercomputer

In Dresden soll ein Großrechner künftig Berechnungen für Kometen, Flugzeuge und autonome Fahrzeuge ermöglichen.

© dpa

Stephan Schön

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Berlin/Dresden. Virtuelle Flugzeuge sollen in Dresden gebaut werden, autonome Autos hier das Fahren lernen und fremde Planeten ihre Herkunft verraten – im Rechner. Sachsens jüngste Forschungseinrichtung bekommt dafür eine Millioneninvestition.

Erst im vergangenen Jahr hatte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ein neues Software-Institut in Dresden gegründet. Jetzt schafft sich das DLR bundesweit zwei eigene Zentren für das Rechnen auf Supercomputern an. Zusätzlich dazu wird Dresden der erste zentrale DLR-Standort fürs Supercomputing. Das teilte Pascale Ehrenfreund, DLR-Vorstandsvorsitzende, am Donnerstag auf der Jahrestagung in Berlin mit. Dafür bekommt Dresden einen Supercomputer. Er soll seinen Platz im Reinraum direkt neben dem Supercomputer der Universität bekommen, auf dem dann alle 40 DLR-Institute ihre extremen Rechenaufgaben lösen können. Das berichtet Norbert Kroll, Gründungsdirektor des neuen Dresdner Instituts für Softwaremethoden zur Produkt-Virtualisierung. Etwa 20 Millionen Euro wird dieses gigantische Rechengerät kosten, das mindestens so groß ist wie der schon vorhandene Supercomputer der TU Dresden. Für das neue Großgerät sollen acht Millionen Euro vom Freistaat Sachsen kommen. Dies ist bereits prinzipiell zugesagt, muss aber noch vom Finanzministerium freigegeben werden. Die Betriebskosten, ebenfalls in mehrfacher Millionenhöhe, wird das DLR übernehmen.

Schon zum Jahresende werde ein großer Teil der neuen Rechenanlage nutzbar sein, sagt Kroll. Und DLR-Vorstandschef Ehrenfreund drängt: „Das steht bei uns ganz, ganz oben auf der Liste. Wir müssen konkurrenzfähig bleiben.“ Neue Materialien, neue Treibstoffe, neue Energiespeicher – die Wunschliste der möglichen Berechnungen ist lang. Prinzipiell heißt das auch: es gibt künftig Simulationen statt Tests, es gibt Bits und Bytes statt Alu und Stahl.

Das entscheidende Treffen für den Aufbau des neuen Forschungsgeräts fand jetzt am Mittwoch statt, bestätigt Wolfgang E. Nagel, Chef des Hochleistungsrechnens (ZIH) an der TU Dresden. In seinem Hightech-Rechnerraum ist noch genug Platz. Dorthin wird der DLR-Supercomputer kommen.

Mehr noch, auch ein großer Bürokomplex für Informatiker ist geplant, vom Wissenschaftsministerium genehmigt, vom Ministerpräsidenten befürwortet. Das Vorhaben soll in den nächsten Haushalt aufgenommen werden. Dort wäre Platz für 600 Informatiker und mehr als eine Verdopplung der bisherigen Forschungsfläche, sagt Nagel. Das DLR-Institut soll ebenfalls dort einziehen. Der neue Supercomputer wäre dann gleich um die Ecke im Nachbarhaus.