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Sachsen bezuschusst Burg-Sanierung nicht

Die Linksfraktion im Landtag will, dass der Freistaat bei der Burgsanierung in Hohnstein hilft. Die Reaktion ist deutlich.

© Steffen Unger

Von Franz Werfel

Dresden/Hohnstein. Die Staatsregierung begrüßt, dass sich der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge für den Erhalt der Burg Hohnstein engagiert. Derzeit habe der Freistaat jedoch kein erhebliches Interesse an der Burg, schreibt Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) dem Kulturausschuss des sächsischen Landtags. Der Brief liegt der SZ vor. „Die Voraussetzungen für eine finanzielle Beteiligung durch den Freistaat sind für laufende und investive Zwecke derzeit nicht gegeben“, so Stange. Der Kulturraum Meißen–Sächsische Schweiz-Osterzgebirge wäre der Adressat für Förderanfragen.

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Dem Schreiben vorangegangen war ein Antrag der Linke-Fraktion im Landtag. Sie will erreichen, dass das sächsische Parlament finanzielle Hilfen für die dringend sanierungsbedürftige Burg beschließt. Als Kulturdenkmal ist die um 1200 erbaute Anlage längst eingestuft.

Die Linke fordert auch, dass der Freistaat Maßnahmen ergreifen soll, damit die Burg langfristig im öffentlichen Eigentum gesichert wird. In der Anlage hatten die Nationalsozialisten vom März 1933 bis August 1934 eines der ersten Schutzhaftlager Sachsens eingerichtet. Die Linke schlägt deshalb vor, dass auf der Burg eine KZ-Gedenkstätte eingerichtet werden soll.

Auch dazu äußert sich die Kunstministerin. Sie erinnert daran, dass der Landtag vor fünf Jahren das Gedenkstättengesetz novelliert hat. Auf die frühen Konzentrationslager gehe der Freistaat etwa mit der Pirnaer Gedenkstätte auf dem Sonnenstein ein. Zudem seien derzeit Gedenkstätten in Großschweidnitz und Sachsenburg geplant. Der Freistaat müsse bei seiner Erinnerungskultur Schwerpunkte setzen. „Eine Zuordnung einer KZ-Gedenkstätte Hohnstein ist deshalb nicht geplant“, so Stange.

Die Frage ist derzeit, wie es mit der Burg weitergeht. Der Kreistag hat zwar in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, dass der Landkreis versuchen soll, die volle Verfügungsgewalt über die Burg zurückzubekommen. Klar ist aber auch, dass der Kreis die Sanierung aus eigener Kraft nicht schafft. Investitionen zwischen 12 und 20 Millionen Euro seien nötig, um den weiteren Verfall der Burg zu stoppen. Diesen Wert hat der zuständige Bau-Beigeordnete Heiko Weigel (CDU) ausrechnen lassen.

Um die Burg zu retten, will der Landkreis in diesem Jahr nach möglichen Investoren suchen. Bis eine längerfristige Lösung für die Burg gefunden ist, wird die Hohnsteiner Tourismus GmbH die Herberge und die Verpflegung auf der Burg übernehmen. In einer der nächsten Sitzungen des Landtags-Kulturausschusses wird über den Antrag der Linken beraten. Die Fraktion plant auch eine öffentliche Debatte zur Burg im Parlament. Ob und wann es dazu kommt, ist noch offen.