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Sachsen braucht mehr als 1300 neue Lehrer pro Jahr

Das Kultusministerium hat erstmals eine Prognose vorgelegt. Problematisch sind nicht nur steigende Schülerzahlen.

© dpa

Dresden. Der Lehrermangel an sächsischen Schulen wird sich in den kommenden Jahren noch verschärfen. Das geht aus der langfristigen Lehrerbedarfsprognose hervor, die das sächsische Kultusministerium kürzlich erstellen lassen hat. Im kommenden Schuljahr benötigt der Freistaat 1 970 neue Lehrer, bis 2027/28 rechnet das Kultusministerium mit einem Bedarf zwischen 1 300 bis 1 750 neuen Lehrern pro Schuljahr. Im Jahr 2025/26 sind 30 800 Lehrerstellen nötig, um den gestiegenen Schülerzahlen gerecht zu werden. Derzeit gibt es in Sachsen rund 29 700 Lehrerstellen an öffentlichen Schulen.

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Als wesentliche Grundlage für die Prognose gelten die Schülerzahlen des Statistischen Landesamtes. Das Ministerium geht davon aus, dass die Zahl der Schüler in den kommenden Jahren weiter steigt – auf mehr als 443 500 Jungen und Mädchen im Jahr 2026/27. In den Folgejahren geht die Zahl der Schüler langsam zurück. Im kommenden Schuljahr sind es Schätzungen zufolge rund 410 000 Schüler.

Problematisch ist vor allem die Anzahl der Lehrer, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen wird. Das Kultusministerium rechnet damit, dass allein in den nächsten zehn Jahren etwa 15 000 Lehrer aus dem Schuldienst ausscheiden – das ist rund die Hälfte der heute tätigen Lehrkräfte. „Die hohe Zahl der ausscheidenden Lehrerinnen und Lehrer bleibt auch in den Folgejahren bis 2029/2030 bestehen“, heißt es. Derzeit verlassen etwa 90 Prozent der Lehrer die Schule schon vor der Regelaltersgrenze mit 63 Jahren.

Mit dem Ende Oktober beschlossenen Lehrermaßnahmenpaket will die Regierung auch ältere Lehrer motivieren, nicht vorzeitig in Rente zu gehen. Sie sollen weniger Unterrichtsstunden leisten müssen und können bis zu 780 Euro brutto mehr verdienen – das Geld wurde im Haushalt eingeplant. Damit könnte es nach Angaben des Kultusministeriums zu einer zeitlichen Verschiebung von Altersabgängen um bis zu zwei Jahre kommen.

Das dürfte allerdings nicht genügen. Der Bedarf an Lehrern steigt nach Angaben des Kultusministeriums auch wegen anderer Faktoren – etwa durch Inklusion, kleinere Klassen im ländlichen Raum, um die Schulen zu sichern, oder die Lehrerausbildung. Es fehlen aber Bewerber. Schon im aktuellen Schuljahr hatte das Kultusministerium Schwierigkeiten, alle benötigten Lehrerstellen zu besetzen. Sachsen wird deswegen auch in den nächsten Jahren nicht ohne Seiteneinsteiger auskommen. In diesem Jahr wurden 700 Quereinsteiger eingestellt. Der Freistaat hat mit 45 Prozent bundesweit die höchste Quote. Auch um die Quereinsteiger zu qualifizieren, werden mehr Lehrer gebraucht.