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Sachsen empfängt Radonschutz-Experten

Sachsen kennt sich mit dem Edelgas Radon bestens aus. Das hat ganz natürliche Gründe. Denn gerade im Erzgebirge ist es im Boden reichlich vorhanden.

Dresden. Experten aus 13 europäischen Ländern befassen sich an diesem Montag und Dienstag in Dresden mit dem Schutz vor Radon. Obwohl das radioaktive Edelgas in geringer Dosis sogar heilsame Wirkung entfalten kann, gilt es in hoher Konzentration als krebsfördernd. „Wir befassen uns in Sachsen schon seit vielen Jahren intensiv mit Radon in Gebäuden und dem praktischen Radonschutz“, erklärte Umweltminister Frank Kupfer (CDU) und verwies auf die sächsische „Radonberatungsstelle“ in Bad Schlema. Sie informiert Bürger und Behörden unter anderem zum praktischen Umgang mit Radon.

Radon ist ein Zerfallsprodukt von Radium, welches beim radioaktiven Zerfall von Uranium entsteht. Radon ist farb- und geruchlos und stellt neben Röntgenstrahlen die wesentliche Quelle radioaktiver Belastung für den Menschen dar. Es zerfällt mit einer Halbwertszeit von 3,8 Tagen unter Aussendung von Alpha-Strahlen. Die Folgeprodukte gelangen via Atemluft in die Lunge des Menschen. Längeres Einatmen von Radon und dessen Folgeprodukten in hoher Konzentration erhöht die Gefahr von Lungenkrebs. An der Außenluft wird es aber schnell verdünnt.

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Problematisch kann Radon allerdings dann werden, wenn es direkt aus dem Untergrund in ein Gebäude gelangt und die verdünnende Wirkung von Luft wegfällt. Im Normalfall liegt die Obergrenze für Radon bei 250 Becquerel pro Kubikmeter Luft. Im Keller mancher Häuser wurden aber auch Spitzenwerte von 100 000 Becquerel gemessen. Für eine solch hohe Konzentration sorgen vor allem Bergwerksstollen, die in Keller münden oder in deren Nähe verlaufen.

Sachsen lehnte die Einführung verbindlicher Radon-Grenzwerte in Gebäuden bislang ab und setzte lieber auf Information und Aufklärung. Auf der Dresdner Konferenz geht es aber erneut um die Pläne der EU für eine Grundnorm im Strahlenschutz. Demnach ist vorgesehen, dass die Konzentration von Radon in Wohngebäuden und an Arbeitsplätzen 300 Becquerel pro Kubikmeter Luft nicht übersteigen darf. Die Tagung richtet sich vordergründig an die Bau- und Lüftungsbranche und an Messtechniker. (dpa)