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Sachsen geben weniger Geld für Lotto aus

Einsätze beim Glücksspiel sinken drastisch, Freistaat nimmt deutlich weniger Steuern ein.

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Von Gunnar Saft

Dresden. Sachsens Glücksspielern sitzt das Geld wegen der Wirtschaftskrise nicht mehr so locker in der Tasche. Zum Leidwesen von Finanzminister Georg Unland sind die Spieleinsätze in den Lotto-Annahmestellen und den Spielbanken des Freistaates deutlich zurückgegangen. Allein beim Spiel „6 aus 49“ gaben die Sachsen im Jahr 2006 noch über 194 Millionen Euro aus. Im vergangenen Jahr waren es dagegen nur 169,9 Millionen. Ebenfalls gesunken sind die Umsätze beim Spiel 77 sowie bei der Super 6.

Bei den fünf sächsischen Spielbanken in Leipzig, Dresden, Chemnitz, Görlitz und Plauen hat sich der Bruttospielertrag im gleichen Zeitraum von 19,3 Millionen Euro auf 11,7 Millionen Euro fast halbiert. Das gab Unland jetzt in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Fraktion bekannt.

Die nachlassende Spiellaune hat Auswirkungen auf die Landeskasse. Die Sächsische Lotto-GmbH führte im vergangenen Jahr nur 61 Millionen Euro an den Freistaat ab. 2005 waren es dagegen noch 71,3 Millionen Euro. Die Lotto-Einnahmen werden vorrangig für soziale und kirchliche Projekte sowie für Kultur und Sport verwendet. Die Spielbankabgabe sank wiederum seit 2006 von 8,1 Millionen auf inzwischen nur noch 4,2 Millionen Euro im Jahr. Im Gegenzug sorgen neue rechtliche Vorgaben für Mehrkosten bei der Lotto-GmbH. So erhöhten sich unter anderem die Ausgaben zur Suchtprävention.

Das Finanzministerium bedauert diese Entwicklung, überrascht sei man aber nicht, heißt es. Verwiesen wird auf die Finanzkrise und die sinkende Bevölkerungszahl. Die Spieleinsätze seien zudem nicht nur wegen des Spielerschutzes, sondern auch wegen des Nichtraucherschutzgesetzes gesunken. Dies müsse man zugunsten der Suchtprävention in Kauf nehmen.