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Sachsen

Sachsen gedenkt der Opfer der NS-Zeit

Zum Jahrestag der Auschwitz-Befreiung betont Ministerpräsident Kretschmer, wie wichtig die Erinnerung an die damaligen Verbrechen ist.

Ein Mann mit Kippa bei der Gedenkveranstaltung.
Ein Mann mit Kippa bei der Gedenkveranstaltung. © dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Mit einer gemeinsamen Veranstaltung von Landtag und Staatsregierung ist in Sachsen an die Opfer der Nazizeit erinnert worden. "Wir gedenken derer, die in der Zeit des deutschen Wütens ihr Leben ließen", sagte Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) am Montag in Dresden. "Wir trauern mit all jenen, die Angehörige und Freunde verloren", fügte er hinzu. Anlass war der 75. Jahrestag der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945.

Zu dem Gedenken im Landtag waren auch Vertreter von Opferverbänden und interessierte Bürger gekommen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hielt ein Grußwort. Im Anschluss wurde nach Angaben des Landtags eine Erzählung der polnischen Autorin und Holocaust-Überlebenden Zofia Posmysz gelesen.

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Die vielen von Opfern erzählten Geschichten seien besonders bedeutsam, erklärte Rößler. Sie eröffneten den Blick auf die Individuen hinter den Millionen Namen der Shoa-Opfer. "Sie zeigen, was nie hätte geschehen dürfen", betonte Rößler: "Wir dürfen daher nicht müde werden, selbst kleinste Episoden darzustellen."

Landtagspräsident Matthias Rößler forderte in seiner Rede ein klares Vorgehen gegen menschen- und demokratiefeindliche Tendenzen.
Landtagspräsident Matthias Rößler forderte in seiner Rede ein klares Vorgehen gegen menschen- und demokratiefeindliche Tendenzen. © dpa/Sebastian Kahnert

Mit Blick auf die Gegenwart erklärte Rößler, es sei "unser aller Verantwortung (...), es nie wieder geschehen zu lassen". Jedoch seien Antisemitismus und antijüdische Ressentiments immer noch verbreitet. 

"Wenn Rechtsstaat und Demokratie in Verruf gebracht werden, wenn die Mitmenschlichkeit versagt, wenn der Hass auf Andersdenkende grassiert, dann müssen wir unsere Stimmen erheben, müssen dagegen vorgehen", mahnte Rößler. Nichts rechtfertige Todesdrohungen, Gewaltaufrufe oder politisch motivierte Angriffe, fügte er hinzu.

Bei der Veranstaltung im Sächsischen Landtag waren auch viele Bürger und Vertreter von Opferverbänden vor Ort.
Bei der Veranstaltung im Sächsischen Landtag waren auch viele Bürger und Vertreter von Opferverbänden vor Ort. © dpa/Sebastian Kahnert

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sprach von dem "dunkelsten Teil" deutscher Geschichte. Millionen von Menschen seien von Nationalsozialisten schikaniert, vertrieben, misshandelt und ermordet worden. Auch wenn eine Minderheit von einem "Schuldkult" spreche, sei eine Erinnerungskultur 75 Jahre danach wichtig. 

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