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Sachsen gewinnt Politik-Olympiade

Es gibt Rekorde wie in Südkorea, allerdings in anderen Sportarten.

© Arno Burgi/dpa

Von Gunnar Saft

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HÄTTEN unsere Politiker eigentlich Medaillenchancen bei den Olympischen Winterspielen? Auf keinen Fall! Die Disziplinen, bei denen sie wirklich gut sind, stehen dort nicht auf dem Programm. Zum Glück für alle Sportfreunde, die echte Gewinner und nicht nur Sieger sehen wollen.

WAS sind aber die Disziplinen, bei denen es sächsische Politiker locker aufs Treppchen schaffen? Eine davon ist auf jeden Fall der verbale Langlauf ohne Zielankunft. So spricht unsere neue Staatsregierung unter den Herren Kretschmer und Dulig schon seit Wochen über Projekte, die jeden Sachsen glücklicher machen sollen – nur passiert ist bislang weniger als wenig und damit nichts. Für diese reife Leistung verlieh ihnen nun die Landtagsopposition den offiziellen Titel „Ankündigungsweltmeister“. Das heißt, niemand ist besser als sie. Bravo!

ÜBERZEUGEN kann aber auch der Landtag selbst. So verteidigten unsere Abgeordneten diese Woche ihren deutschen Rekord im Schnellzulangen. Eine extreme Disziplin, in der sie aber schon seit 2010 erfolgreich sind. Zweimal im Jahr müssen die Politiker dabei eine automatische Erhöhung ihrer Einkünfte stemmen, ohne nur einen Millimeter in die Knie zu gehen. Diesmal gab es höhere Zulagen, im August droht die viel schwerere Diätenerhöhung. Durchhalten, ihr schafft das! Auch wenn Geld mehr wiegt als Medaillengold, was sehr unfair ist.

ES gibt bei der Politik-Olympiade aber auch einen Wettbewerb, wo unsere Stars rüde vom Thron gestoßen wurden. Hatte Sachsen mit einem Nur-56-Tage-Kultusminister bisher den schnellsten Abspringer von einer Kabinettsschanze, legte ein gewisser Martin Schulz vom ansonsten formschwachen Team SPD plötzlich eine neue Bestmarke vor: Der Martin flog schon nach zwei Tagen ins tiefe Tal und hatte gar nicht mal Zeit dafür, sich zuvor das Trikot eines deutschen Außenministers überzustreifen. Selbst unsere Ankündigungsweltmeister haben da keine Chance. Für einen neuen Rekord sind sie leider viel zu lange im Amt.