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Sachsen gründet Spezialeinheit gegen Cybercrime

In dem sogenannten Cyber Competence Centrum sollen insgesamt 67 Beamte die Ermittlungen in komplexen Verfahren übernehmen.

Dresden. Das Landeskriminalamt Sachsen baut angesichts drastisch steigender Fallzahlen eine neue Spezialeinheit zur Bekämpfung von Internet-Kriminalität auf.

In dem sogenannten Cyber Competence Centrum sollen insgesamt 67 Beamte die Ermittlungen in komplexen Verfahren übernehmen. Die Polizei reagiert damit auf die Tatsache, dass die Täter seit einigen Jahren technisch hoch professionell und vernetzt vorgehen.

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„Die Entwicklung im Bereich Cybercrime nehmen wir sehr ernst, da sind auch besondere Kompetenz und Technik bei der Polizei gefragt“, sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU) der SZ. Bisher waren hauptsächlich die örtlichen Polizeidienststellen für Internet- und Computerkriminalität zuständig.

Im Landeskriminalamt arbeiteten nur bis zu drei Beamte auf diesem Gebiet. Das LKA will seine Fachkompetenz stärken, indem zusätzlich IT-Spezialisten gewonnen und Polizisten mit Vorkenntnissen zentral eingesetzt werden.

2012 registrierte die Polizei 2.278 Fälle von Cybercrime im engeren Sinne. Der Schaden belief sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Die Polizei vermutet mit Blick auf das hohe Dunkelfeld, dass der tatsächliche Schaden um ein Vielfaches höher liegt.

Seit 2008 hat sich das Fallaufkommen verdoppelt. Gleichzeitig sank die Aufklärungsrate in fünf Jahren von 46 auf 34 Prozent. Besonders unbefriedigend sind die Ermittlungsergebnisse im Bereich Ausspähen und Abfangen von Daten. Auch bei Betrug mithilfe von gestohlenen Mailadressen ist die Aufklärungsquote schwach. Hier sei besonders hoher technischer Sachverstand nötig, heißt es. (SZ/lot)