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Sachsen heißt 1.168 Neu-Deutsche willkommen

Kulturelle Vielfalt tut der Gesellschaft gut, sagen Sachsens Ausländerbeauftragter Gillo und Innenminister Ulbig. Bei einem Fest im Landtag begrüßen sie die im vergangenen Jahr eingebürgerten Menschen.

© dpa

Dresden. Der sächsische Ausländerbeauftragte Martin Gillo und Innenminister Markus Ulbig (CDU) haben die Bedeutung der Zuwanderung für die Entwicklung des Freistaats hervorgehoben. Sachsen sei ein weltoffenes Land und Zuwanderung stets eine Erfolgsgeschichte gewesen, betonten sie am Samstag anlässlich einer Feier zur Einbürgerung von 1.168 Ausländern im vergangenen Jahr. Etwa 200 der Neu-Sachsen waren der Einladung in den Landtag mit ihren Familienangehörigen gefolgt.

In vielen Bereichen würden schon heute Menschen unterschiedlichster Herkunft mit ihren Qualifikationen, Fähigkeiten und Fertigkeiten die gemeinsame Zukunft Sachsens gestalten. Die Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft sei ein Bekenntnis zur freiheitlichen Demokratie mit ihren Grundrechten und Werten, erklärte Ulbig. „Ich freue mich, dass sich auch in diesem Jahr so viele Zuwanderer dafür entscheiden.“

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„Vielfalt ist eine Basis für die Innovationskraft eines Landes. Vielfalt macht ein Land attraktiv“, so Gillo. Globalfoundries-Manager Jens Drews hob die guten Erfahrungen seines Unternehmens hervor. „Sachsen kann ein großes Maß an Zukunftsfähigkeit in einer sich rasch wandelnden Welt gewinnen, wenn es sich in diesem Sinne als eine Willkommensgesellschaft begreift.“

Mit 249 Einbürgerungen stellten gebürtige Vietnamesen im vergangenen Jahr in Sachsen die größte Gruppe, gefolgt von Ukrainern (157), Kasachen (83), Russen (68), Türken (60) und Polen (44). Die meisten hatten vor der Einbürgerung schon acht Jahre und länger in Deutschland gelebt, am häufigsten in den Städten Leipzig, Dresden und Chemnitz. Der Hauptteil gehört der Altersgruppe zwischen 23 und 35 Jahre an.

Seit 1990 sind mehr als 51.000 Ausländer in Sachsen eingebürgert worden. Mit Inkrafttreten des neuen Staatsangehörigkeitsrechts waren die Zahlen zum Jahrtausendwechsel deutlich zurückgegangen. Anders als im Bundestrend verzeichnet das Statistische Landesamt für Sachsen seit knapp zehn Jahren wieder ein Ansteigen der Kurve. Die 1.168 Einbürgerungen des vergangenen Jahres waren die meisten seit 1999. (dpa)