merken
Sachsen

Sachsen helfen dem Libanon

Die Katastrophe von Beirut hat das Corona-gebeutelte Land schwer getroffen. Auch von Sachsen aus wurden sofort Hilfskonzepte erarbeitet.

Neben Rotem Kreuz, Arche Nova und der Diakonie sind auch Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks in Beirut. Sie suchen unter den Trümmern nach Vermissten.
Neben Rotem Kreuz, Arche Nova und der Diakonie sind auch Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks in Beirut. Sie suchen unter den Trümmern nach Vermissten. © dpa

Nach der schweren Explosion im Beiruter Hafen erlebt der Libanon eine Welle der Solidarität aus dem Ausland – auch aus Sachsen. Insgesamt sind nach derzeitigem Stand 130 Menschen bei der Detonation gestorben, 5.000 wurden verletzt, noch immer gibt es viele Vermisste.

„Diese Katastrophe betrifft besonders Menschen, die ohnehin wenig haben“, berichtet Dana Ritzmann von der Dresdner Hilfsorganisation Arche Nova. Durch die Zerstörungen im Hafen und den umliegenden Krankenhäusern fehle es an bezahlbaren Lebensmitteln, an Medikamenten und Blutkonserven. 

DDV Lokal
FÜR SIE NUR DAS BESTE - DDV Lokal
FÜR SIE NUR DAS BESTE - DDV Lokal

Unser DDV-Lokal-Shop ist der Ort, an dem wir für Sie das Besondere großschreiben. Egal ob als Überraschung für Ihre Liebsten oder für Sie selbst: Unsere Geschenke und Manufakturwaren vereinen Tradition, Qualität und Handwerkskunst vom Feinsten. Hier mehr erfahren!

Immer wieder Lockdowns

Durch immer wiederkehrende Corona-Lockdowns sei die Lage bereits seit Längerem prekär. Das libanesische Rote Kreuz habe sich bereits am Mittwochmorgen an das örtliche Team der Hilfsorganisation gewandt.

Dieses verteilt seit Monaten Schutzausrüstung und Hygienepakete zur Eindämmung der Corona-Pandemie, mehr als 13.000 seien es bisher gewesen. Erst einen Tag zuvor war die Arche-Nova-Projektreferentin nach einem Arbeitsbesuch in Dresden zurück in das Land gekehrt – und erlebte wenige Stunden später die Katastrophe selbst mit. 

Mit Hochdruck werde jetzt analysiert, wo Hilfe am nötigsten ist. Arche-Nova ruft deshalb alle Sachsen auf, für ihre Arbeit im Libanon zu spenden. „Unsere Priorität ist die nötige Verteilung von Lebensmitteln an bedürftige Familien sowie die Verteilung von Trinkwasser an Menschen, die jetzt ihr Zuhause verloren haben oder sowieso in Notsituationen leben“, sagt Ritzmann.

Auch die Diakonie-Katastrophenhilfe hat eine direkte Nothilfe gestartet, wie die Landesdiakonie Sachsen bekanntgab. „Krankenpflegerinnen und Krankenpfleger, Ärztinnen und Sozialarbeiterinnen sind jetzt im Einsatz, um die wichtigsten medizinischen Nothilfezentren wieder einsatzfähig zu machen“, sagte Diakonie-Chef Dietrich Bauer am Freitag. Auch wurde bereits eine Suppenküche eingerichtet. In den nächsten Tagen sollen zudem Unterkünfte für Obdachlose entstehen. 

Sächsisches THW: Helfer warten auf möglichen Trinkwasser-Einsatz

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) ist seit der Explosion im Beiruter Hafen dauerhaft im Einsatz und finanziert unter anderem dringend benötigte Blutspenden. Auch der Präsident des DRK-Kreisverbands Pirna, Oliver Wehner, ist persönlich vor Ort in der Hauptstadt. Ein Vorteil des DRK: Bereits seit 2015 besteht eine Kooperation mit den Kollegen des Libanesischen Roten Kreuzes, bei dem die Helfer Ambulanzstationen aufbauen und bedürftige Familien versorgen. Auch das DRK-Büro befindet sich in Beirut. 

Das Technische Hilfswerk (THW) hat indes eine schnelle Eingreiftruppe aus Erdbebenspezialisten und Notärzten nach Beirut entsandt, die beim Suchen und Bergen von Opfern der Explosion helfen sollen. Sollte es in der libanesischen Hauptstadt infolge der Zerstörungen Probleme bei der Trinkwasserversorgung geben, werden auch sächsische Helfer mit speziellen Wasseraufbereitungsanlagen in den Libanon verlegt. 

Weiterführende Artikel

"Das war ein erschütternder Anblick"

"Das war ein erschütternder Anblick"

Eine junge Dresdnerin betreut in Beirut behinderte Menschen, liefert Hilfspakete aus, räumt Schutt aus zerstörten Häusern. Angst wäre ein schlechter Begleiter.

Globalfoundries spendet für Libanon-Hilfe

Globalfoundries spendet für Libanon-Hilfe

Der in Dresden produzierende Chiphersteller spendet an die Dresdner Helfer, die Obdachlose nach der Explosion in Beirut unterstützen.

Libanons Premier kündigt Rücktritt an

Libanons Premier kündigt Rücktritt an

Nach der verheerenden Explosion in Beirut legten bereits mehrere Minister ihre Ämter nieder. Nun folgt auch der Regierungschef.

Beirut: Ausschreitungen bei Demonstration

Beirut: Ausschreitungen bei Demonstration

Nach der verheerenden Explosion, die mindestens 150 Menschen tötete, staut sich die Wut bei der Bevölkerung auf. Proteste verlaufen nicht friedlich.

Zwar seien die meisten Tiefbrunnen in Beirut noch intakt. Angesichts zigtausender Obdachloser nach der Explosion im Hafen könnten aber schnelle Hilfen beim Rohrleitungsbau für Siedlungen nötig werden.

Hier können Sie für die Menschen in Beirut spenden:

Spendenseite des DRK 

Spendenseite der Diakonie-Katastrophenhilfe

Spendenseite von Arche-Nova

Mehr zum Thema Sachsen