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Sachsen kaufen mehr Geschenke

Obwohl der Online-Handel boomt, zeigen sich viele Händler zufrieden. Doch die Kunden werden schwieriger.

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© kairospress

Von Andreas Rentsch

Dresden/Berlin. Vier Milliarden Euro – so viel wollen Sachsens Händler im Weihnachtsgeschäft umsetzen. „Der gute Start und die Bilanz der ersten beiden Adventswochenenden lassen auf ein Plus von 1,5 Prozent im Vergleich zu 2012 hoffen“, sagt Gunter Engelmann-Merkel vom Handelsverband. Bundesweit soll die Branche in den letzten zwei Monaten dieses Jahres 80,6 Milliarden Euro Umsatz machen.

Wie die Konsumlust steigt, zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young. Demnach wollen Ostdeutsche im Schnitt 275 Euro für Geschenke ausgeben. Das ist so viel wie noch nie seit Beginn der Befragung 2007 – und spiegelt sich in den Zwischenfazits hiesiger Einkaufszentren wieder. Derzeit liege man zwei bis drei Prozent über Vorjahresniveau, sagt Elbepark-Manager Gordon Knabe. Auch die Besucherzahlen stimmen. Allein die Dresdner Centrum-Galerie hatte vergangenen Sonnabend rund 50.000 Gäste. Dieses Wochenende könnten es bis zu 60.000 werden, hofft Center-Chef Stefan Dorster. Zu den Bestsellern zählen Elektronik, Tonträger und Kleidung. Solche Einkaufsvorlieben sind typisch im Osten. Im Westen werden öfter Gutscheine und Geld verschenkt.

Doch vom starken Weihnachtsgeschäft profitieren nicht alle Händler gleichermaßen. Fachgeschäfte und -märkte verzeichnen zwar die höchsten Umsätze, verlieren jedoch laut Ernst & Young-Studie Marktanteile. Einkaufszentren und Internetanbieter gewinnen hinzu. Allein der Umsatz des Onlinehandels summierte sich bundesweit im vergangenen Jahr auf 7,4 Milliarden Euro. Für die laufende Saison prognostiziert der Handelsverband 8,5 Milliarden.

Daraus abzuleiten, dass bald nur noch online eingekauft werde, sei jedoch falsch, sagen Marktkenner. Die Zukunft gehöre Multikanal-Anbietern, erklärt der Handelsexperte Ulrich Binnebößel. Damit ist gemeint, dass sich immer mehr Kunden beim Stadtbummel inspirieren lassen, um später online Preise zu vergleichen und zu bestellen. Wer sowohl online wie offline aktiv ist, hält diese Kunden bei der Stange. Die Dresdner Firma Cyberport ist damit erfolgreich: 1998 als reiner Onlinehändler gestartet, betreibt das Unternehmen heute ein Dutzend Geschäfte. Zusätzlich zum Internet-Shop Läden zu eröffnen, verbessere die Wahrnehmbarkeit und schaffe Vertrauen bei den Kunden, sagt Ulrich Binnebößel.

Wer nicht im Internet kaufen will, hat noch gut eine Woche, um vor Ort nach Geschenken zu suchen. Zeit dafür ist an verkaufsoffenen Sonntagen, wie sie am Wochenende unter anderem in Bautzen, Görlitz, Pirna, Hoyerswerda oder Döbeln stattfinden. Dresdner Händler laden Last-Minute-Käufer am 22. Dezember ein.