merken

Sachsen lehnt einen Ballungsraum Liberec-Zittau nicht mehr ab

Was Dresden bisher strikt zurückgewiesen hat, wird nun von Innenminister Roland Wöller begrüßt.

Das große Liberec und das kleine Zittau wollen sich als ein Ballungsraum verbinden.
Das große Liberec und das kleine Zittau wollen sich als ein Ballungsraum verbinden. ©  SZ-Montage

Die Landesregierung lehnt die Pläne für einen grenzübergreifenden Ballungsraum Liberec-Zittau nicht mehr ab. "Ich halte die Idee für sehr gut", sagte Innen-und Kommunalminister Roland Wöller (CDU) der SZ. Die beiden Städte seien geschichtlich gesehen schon immer durch einen sozio- beziehungsweise wirtschaftsgeografischen Raum verbunden gewesen. "Daran wieder anzuknüpfen, halte ich für höchst sinnvoll." In der Idee steckt seiner Ansicht nach eine Entwicklungschance für Zittau in einem gemeinsamen Europa. " Wir von Seiten des Freistaates werden das unterstützen", so der Minister, der von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) vor knapp einem Jahr ins Amt geholt wurde. 

Bis vor zwei Jahren klang das alles noch ganz anders. "Für eine raumordnerische "Statusänderung" der Stadt Zittau gibt es keinerlei Veranlassung", teilte das Innenministerium der SZ damals mit. "Zittau sollte sich auf die Erhaltung und Stärkung seiner Funktion als Mittelzentrum konzentrieren." 

Anzeige
Sie fühlen sich für modernes Wohnen mehr als berufen?
Sie fühlen sich für modernes Wohnen mehr als berufen?

Die Region Löbau/Zittau lädt zum Wohnen und Arbeiten ein. Und Hilfe bei der Suche nach der richtigen Immobilie findet sich direkt vor der Haustür.

Als Mittelzentrum ist Zittau im seit 2013 gültigen Landesentwicklungsplan definiert. Dieser sieht kaum Entwicklungspotenziale für kleine und mittlere Städte vor. Im Mittelpunkt stehen die Oberzentren wie Dresden. Da Zittau davon zu weit entfernt ist, hat sich die Stadt wie in früheren Jahrhunderten schon Liberec (Reichenberg) zugewandt und versucht mit dem großen, böhmischen Nachbarn einen Ballungsraum zu schaffen, der ihr Entwicklungschancen sichert. Wöller erklärt die neue Sicht der Landesregierung auf die Zittauer Idee damit, dass der Landesentwicklungsplan für ihn "keine Bibel ist". Er habe die Behörden angewiesen, Ideen einzelfallbezogen auf Umsetzbarkeit zu prüfen und nicht auf Basis des Landesentwicklungsplanes pauschal abzulehnen. Zudem hat Ministerpräsident Kretschmer inzwischen mehrfach klar gemacht, dass für ihn nicht nur die Oberzentren wichtig sind, sondern auch der ländliche Raum.