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Sachsens Museen blicken nach vorn

Die Bilanz der Einrichtungen ist nach Ende der Corona-Zwangspause durchwachsen. Sorgen bereiten vor allem Dresdens Sparpläne.

Besucher mit Mundschutz stehen in Dresden in der Gemäldegalerie Alte Meister vor Raffaels "Sixtinischer Madonna".
Besucher mit Mundschutz stehen in Dresden in der Gemäldegalerie Alte Meister vor Raffaels "Sixtinischer Madonna". © dpa/Sebastian Kahnert

Dresden. Warten auf Besucher: Die Wiederöffnung nach wochenlanger Corona-Zwangspause vor sieben Wochen hat sich nicht in allen Museen gleichermaßen ausgezahlt. Die Häuser erholen sich nach Angaben des Sächsischen Museumsbundes nur langsam und je nach Region unterschiedlich. Wie eine Umfrage ergab, kämpfen die meisten von ihnen weiter mit Besuchszahlen, die unter der Hälfte des Vorjahres liegen. "Je kleiner die Häuser und je weiter draußen, desto geringer der Zuspruch", sagte der Vorsitzende des Sächsischen Museumsbundes, Joachim Breuninger.

Es fehlten vor allem Schulklassen und Reisegruppen. Von den Touristen, die bereits wieder in den großen Städten wie Dresden sind, können laut Breuninger nur einige profitieren. "Dem Heimatmuseum bringt das wenig." 

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Die Landesstelle für Museumswesen macht sich nur in Einzelfällen Sorgen, ob Häuser überleben. "Es gibt positive Signale von den Trägern", sagte Leiterin Katja Margarethe Mieth. Landesweit wird signalisiert, dass die Museen auch 2021 mit Mitteln in gleicher Höhe wie in diesem Jahr rechnen könnten, sagte Breuninger und sprach von einem "tollen Signal für die Museumslandschaft Sachsens". Es gebe allerdings eine "unrühmliche Ausnahme": Dresden.

Joachim Breuninger ist Vorsitzender des Sächsischen Museumsbundes.
Joachim Breuninger ist Vorsitzender des Sächsischen Museumsbundes. © Archivbild: Sven Ellger

Die Landeshauptstadt plane den nächsten Doppelhaushalt "mit massiven Einsparungen im Kulturbereich", kritisierte Breuninger. Für betroffene Museen bedeute das "massive Leistungskürzungen", wie weniger Öffnung und Ausstellungen, so Breuninger. Der Museumsbund forderte Dresden auf, sie wie andere Städte auch weiter "im gewohnten Maße und Umfang" zu unterstützen.

Hilfe sei dringend nötig, sagte Mieth und verwies auf die bisher sehr unterschiedlichen Besucherzahlen zwischen Flaute und fast Vorjahresniveau. Vor allem Häuser, die stärker auf Bildungsarbeit und interaktive Angebote setzten, hätten angesichts der Kontaktbeschränkungen Probleme. "Kitas und Schulen fehlen da auch langfristig."

Mieth hofft sehr, dass die Museen vom Deutschlandtourismus in diesem Sommer profitieren können. Aber auch da gebe es ein Gefälle zwischen urbanen Großräumen, die sich schneller erholen, und Häusern im ländlichen Raum. Bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wächst die Resonanz stetig. "Die erste Woche war noch recht verhalten, was wir vorher in einer Stunde hatten, hatten wir da an einem Tag", sagte Generaldirektorin Marion Ackermann. "Seit zwei, drei Wochen spüren wir einen starken Anstieg und deutlich wahrnehmbaren nationalen Tourismus; seit einigen Tagen hören wir auch wieder russische Stimmen."

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Trotz steigender Tendenz und Optimismus bei nahezu allen herrscht laut der Museumsbund-Umfrage die Gewissheit, dass Einnahmeverluste durch die Corona-Zwangspause nicht mehr bis Jahresende zu kompensieren sind. Vor allem für die vielen kleinen Museen aber hofft Mieth: "Dass die Sachsen selbst begeisterte Besucher ihrer Museen werden." (dpa)

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