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Sachsen nutzen verkaufsoffenen Adventssonntag

Süßer die Kassen nie klingeln: Das Weihnachtsgeschäft ist für viele Einzelhändler die wichtigste Zeit des Jahres. Im Freistaat hofft der Handelsverband auf sechs Milliarden Euro Umsatz mit dem Geschäft ums Fest.

Dresden. Viele Sachsen haben das zweite Adventswochenende genutzt, um Weihnachteinkäufe zu tätigen. Bei zumeist trübem Wetter zog es die Menschen vor allem in die Kaufhäuser und Einkaufspassagen der Ballungszentren und Großstädte, die vielerorts auch am Sonntag den Verkauf freigegeben hatten. Die sächsischen Einzelhändler erhoffen sich vom Weihnachtsgeschäft einen Umsatz von rund sechs Milliarden Euro und damit ein Plus von 1,2 Prozent zum Vorjahr. Die evangelische Landeskirche warnte vor einer völligen Vereinnahmung der Bürger durch die Wirtschaft.

Während am ersten Adventswochenende noch vor allem kleinere Geschenke und Süßwaren gefragt waren, wurden jetzt nach Angaben der Center-Betreiber in Dresden, Leipzig und Chemnitz verstärkt Elektronikartikel sowie Sport- und Winterbekleidung gekauft.

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„Tablets und Kameras gehen gut“, sagte Martin Müller, Manager des Chemnitz Center, am Sonntag. „Von der Frequenz her liegen wir im Vergleich zum zweiten Adventswochenende vor einem Jahr leicht im Plus“, bestätigte er die Erwartungen des Branchenverbandes.

Auch in den Mode- und Kosmetikläden sei viel los, sagte Nadine Strauß von der Dresdner Altmarkt-Galerie. „Man sieht jetzt auch verstärkt, dass die Menschen mit verpackten Geschenken aus den Läden kommen.“ Nach ihren Schätzungen besuchten am Adventssonntag zwischen 55.000 und 60.000 Menschen das Einkaufszentrum, bei einer durchschnittlichen Besucherzahl von 53.000 pro Tag. Ein volles Haus meldete auch am Samstag bereits Matthias Schmidt-Roy, technischer Leiter der Promenaden im Hauptbahnhof Leipzig.

Die Kirchen sehen das Einkaufen am Sonntag kritisch. Die Wirtschaft dürfe den Menschen nicht völlig in Beschlag nehmen, sagte Sachsens evangelischer Landesbischof Jochen Bohl MDR 1 Radio Sachsen.

Im Freistaat entscheiden die Kommunen, an welchen Sonntagen Geschäfte geöffnet werden dürfen. Vier verkaufsoffene Sonntage pro Jahr sind vorgesehen. Bei besonderen regionalen Ereignissen oder traditionellen Festen kann der Verkauf an einem weiteren Sonntag gewährt werden. Tabu sind der Ostersonntag, der Pfingstsonntag, der Volkstrauertag und der Totensonntag sowie Sonntage, die auf den 24. Dezember fallen oder auf gesetzliche Feiertage. (dpa)