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Sachsen schichten vom Sparbuch aufs Konto um

Die Kunden der zwölf sächsischen Sparkassen bleiben vorsichtig: Trotz Niedrigzinsen lassen sie Milliarden auf Giro- und Tagesgeldkonten.

© Ina Fassbender/dpa (Symbolfoto)

Von Georg Moeritz

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Dresden. Für Tausend Euro auf dem Sparbuch gibt es einen Cent Zinsen im Jahr – bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden wie bei der Kreissparkasse Bautzen.

Angesichts der niedrigen Zinsen schrumpfen die Spareinlagen bei den Sparkassen im Land. Dagegen sind die Sichteinlagen, also Giro- und Termingelder, in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 40 Prozent gewachsen. Dieser Trend setzte sich voriges Jahr fort, berichtete am Dienstag Michael Ermrich, Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes. Der ehemalige Harz-Landrat spricht für 45 Sparkassen in Ostdeutschland ohne Thüringen und Berlin.

Auf den Giro- und Termingeldkonten der zwölf sächsischen Sparkassen liegen nun fast 23 Milliarden Euro. Mit Aktien halten sich die Sparkassenkunden weiterhin zurück: Voriges Jahr steckten sie weniger als eine Milliarde Euro in Investmentfonds und nicht einmal 200 Millionen direkt in Aktien – jedenfalls nicht per Sparkasse.

Die niedrigen Zinsen treiben den sächsischen Sparkassen insgesamt nicht einmal deutlich mehr Kreditnehmer zu. Die neuen Darlehen an Unternehmer und Hausbauer blieben voriges Jahr fast gleich. Insgesamt sanken Kreditneugeschäft und Bilanzsumme leicht. Die zwölf Sparkassen haben nun insgesamt 277 Beschäftigte weniger als vor einem Jahr und bilden auch weniger Lehrlinge aus. Ermrich nannte aber das Betriebsergebnis zufriedenstellend. In Sachsen fiel es etwas geringer aus als im ostdeutschen Verbandsgebiet insgesamt, der Verwaltungsaufwand war in Sachsen mit 61 Prozent vom Ertrag etwas höher.