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20 Millionen Euro für Sachsens Sportvereine

Der Innenminister verkündet ein Hilfspaket mit Zuschüssen von bis zu 10.000 Euro. Und er nennt einen Zeitplan für die Öffnung von Sportplätzen.

Von Tino Meyer
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Ein Rettungspaket für die Sportvereine hat das sächsische Innenministerium beschlossen. Wann die Sportplätze aber wieder geöffnet werden, ist offen.
Ein Rettungspaket für die Sportvereine hat das sächsische Innenministerium beschlossen. Wann die Sportplätze aber wieder geöffnet werden, ist offen. ©  dpa/Robert Michael

Dresden. Schrittweise zurück in den Alltag finden - darum geht es in diesen Tagen der Corona-Krise. Ausgangsbeschränkungen werden aufgehoben, immer mehr Geschäfte öffnen wieder und ab Anfang Mai dann vermutlich auch Zoos. Und die Sportplätze? Sachsens Innenminister Roland Wöller antwortet kurz und knapp. "Diese Frage stellen sich viele", sagt der CDU-Politiker am Mittwochnachmittag in Dresden beim täglichen Video-Presse-Briefing. 

Dass er diesmal Platz genommen hat auf dem Podium neben Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD), hat einen einfachen, aber millionenschweren Grund. Sein Ministerium, in dessen Aufgabenbereich der Sport fällt, unterstützt die sächsischen Sportvereine mit einem Hilfspaket in Form von Zuschüssen und Darlehen in Höhe von 20 Millionen Euro. "Weil wir Einnahmeausfälle und wirtschaftliche Schieflagen durch die Corona-Krise abfedern möchten. Ziel ist es, den Vereinen in Sachsen schnell und unbürokratisch zu helfen und damit wichtige Sportstrukturen im Freistaat zu erhalten", erklärt Wöller.

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Demnach können sächsische Sportvereine, die im Landessportbund (LSB) organisiert sind, ab sofort einmalig Zuschüsse bis zu 10.000 Euro und Darlehen zur Liquiditätssicherung in Höhe von bis zu 500.000 Euro beantragen. Eine entsprechende Förderrichtlinie, so heißt das im Amtsdeutsch, ist dafür vom Innenministerium erlassen worden. 

Es geht auch um Sicherheit für die Zeit nach Corona

Bedingung für die Soforthilfe ist ein durch die Corona-Pandemie verursachter Liquiditätsengpass, der zu einer Existenzgefährdung des Vereins aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit führen könnte. Die Beantragung erfolgt über den Landessportbund, zeitnah soll dann die Überweisung erfolgen. Für die Gewährung von Darlehen zur Liquiditätssicherung ist die Sächsische Aufbaubank zuständig. 

"Ich freue mich, dass die Landesregierung unserer Forderung nach einer finanziellen Unterstützung für Sportvereine nachkommt", erklärt LSB-Präsident Ulrich Franzen in einer ersten Reaktion und sieht in dem Hilfspaket einen bedeutenden Schritt, "das bestehende, jahrelang vor allem durch ehrenamtliches Engagement gewachsene Sportsystem im Freistaat für die Zeit nach Corona zu erhalten". 

Karsten Günther, Manager des Handball-Bundesligisten SC DHfK Leipzig und Sprecher der neufirmierten Initiative "Teamsport Sachsen", spricht von einem Austausch auf Augenhöhe aller Beteiligten und ist mit dem erzielten Ergebnis ebenfalls zufrieden. "Besonders wichtig ist, dass die Maßnahmen schnell auf den Weg gebracht wurden, bevor die Klubs in eine existenzbedrohende Lage geraten", betont Günther. 

Programm des Ministers: "Steuern auf Sicht"

Der Initiative sei es gelungen, die ersten Punkte des in den Gesprächen mit der Politik vorgelegten Maßnahmenkataloges umgesetzt zu bekommen und damit auch deutschlandweit für Anregungen zu sorgen. "Jetzt gilt es, mit vereinten Kräften die weiteren Themen genauso akribisch anzugehen", so Günther. 

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Was er meint, dürfte klar sein: die Öffnung von Sportplätzen und Turnhallen, deren Nutzung derzeit nur Bundeskadern sowie auch den Profi-Fußballern von RB Leipzig, Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue durch Ausnahmeregelungen erlaubt ist. In diesem Punkt aber hält sich Wöller zurück und vermeidet eine klare Aussage. Man schaue sich die Lage an, werde sondieren. Wenn die Infektionszahlen aber weiter in dem Maße auftreten wie in den vergangenen Tagen, "dauert das noch eine Zeit lang", sagt er. Das Programm dazu heiße "Steuern auf Sicht". Weitere Entscheidungen seien am Monatsende zu erwarten.  

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