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Sachsen stellt mehr Lehrer ein

Diese Woche werden 590 Stellen für das nächste Schuljahr neu vergeben. Doch viele Probleme in den Klassenzimmern bleiben.

© dpa

Von Gunnar Saft

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Sachsens Staatsregierung hat das wochenlange Tauziehen um weitere Lehrerstellen vorerst beendet. Kultusministerin Brunhild Kurth einigte sich jetzt mit Finanzminister Georg Unland (beide CDU) auf 590 unbefristete und befristete neue Lehrerstellen für das Schuljahr 2014/2015, das im September beginnt. Dem gegenüber stehen 540 Stellen, die durch altersbedingte Abgänge im laufenden Schuljahr wegfallen. Weil bereits im Februar 150 Referendare zusätzlich eine Anstellung erhalten hatten, steigt damit die Stellenzahl im sächsischen Schuldienst um 200 leicht an.

Weiterhin unklar ist allerdings, ob mit dieser Aufstockung der für Herbst erwartete drastische Anstieg der Schülerzahlen um rund 4 000 aufgefangen werden kann. „Als Kultusministerin erwarte ich natürlich immer mehr, wenn es um neue Lehrerstellen geht“, sagte Kurth gestern der SZ. „Aber ich bin froh, dass es diese Einigung gibt, weil in den Schulen die Zeit gebraucht wird, um das neue Schuljahr vorzubereiten.“

Die Ministerin räumte ein, dass man vielerorts weiter vor großen Problemen stehen wird. Vor allem in sächsischen Ballungszentren wie Dresden rechne sie mit „einer straffen Klassenbildung“, also dem Erreichen der zulässigen Höchstzahl von 28 Schülern pro Klasse. „Ich weiß, dass vor Ort noch viele Anstrengungen notwendig sind, und ziehe meinen Hut vor der Arbeit aller Mitarbeiter.“ Als eine erhoffte Entlastung des Personals seien deshalb ebenfalls schon im Februar rund 380 befristete Stellen in unbefristete Stellen umgewandelt worden und blieben dem System damit erhalten.

Noch keine Einigung gibt es innerhalb der Staatsregierung zu zusätzlichen Lehrerstellen für die Haushaltsjahre 2015 und 2016, in denen sogar Altersabgänge im vierstelligen Bereich anstehen. Laut CDU-Wahlprogramm will man dann jährlich über 1 000 Lehrer neu einstellen. Beschlossen ist das wegen des Widerstands der eigenen Finanzpolitiker aber noch lange nicht.