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Sachsen stellt mehr Lehrer ein als geplant

Sachsen stellt in diesem Jahr insgesamt 1.305 neue Lehrer anstatt wie vorgesehen 1.120. Das gab die Sächsische Bildungsagentur am Dienstag bekannt.

Dresden. Sachsen stellt mehr Lehrer ein als ursprünglich geplant. Zusätzlich würden 185 Stellen geschaffen, gab die Sächsische Bildungsagentur (SBA) am Dienstag bekannt. Somit werden in diesem Jahr insgesamt 1305 neue Lehrerstellen besetzt anstatt wie vorgesehen 1120. „Das entspannt die Situation deutlich“, sagte SBA-Direktor Bela Belafi. Die geplante sehr straffe Klassenbildung sei damit vom Tisch. Derzeit laufe die Einstellung auf Hochtouren, hieß es. Zum ersten August werden 415 unbefristete Stellen vergeben, weitere 360 Lehrer werden bis zum 31. Juli 2015 befristet eingestellt.

Bisher verbuchte die SBA rund 1780 Bewerbungen - und ist zuversichtlich, das kommende Schuljahr geordnet zu beginnen. „Wir haben für die unbefristeten Stellen Angebote unterbreitet, von denen 75 Prozent schon unterschrieben sind“, erklärte Belafi. In den vergangenen Wochen war immer wieder von Schulchaos die Rede, unter anderem wurden die Schulbescheide später als üblich verschickt - wegen nicht abgeschlossener Klassenbildung sowie laufender Einstellungsverfahren. In Leipzig gibt es zudem Ärger wegen der Vergabe von Gymnasiumsplätzen. Mehr als 100 Schüler wurden aus Kapazitätsgründen auf Schulen umgelenkt, auf die sie überhaupt nicht gehen wollten.

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Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hatte in einem Interview der „Leipziger Volkszeitung“ (Dienstag) verkündet, jedes Jahr mindestens 1000 neue Lehrer in Sachsen einstellen zu wollen. „Den großen Bedarf haben wir erkannt“, sagte Tillich.

Aus Sicht von Sachsens Bildungsgewerkschaft GEW reicht das allerdings nicht aus. Nach Einschätzung der Gewerkschaft werden ab 2017/18 jedes Jahr mehr als 1300 Lehrer in Rente gehen, gleichzeitig steigen die Schülerzahlen. „Da sind 1000 angekündigte Lehrerneueinstellungen ein ganz schlechtes Wahlversprechen“, sagte die GEW-Vorsitzende Sabine Gerold. Doppelt so viele Lehrer wären nötig, um den Bedarf zu decken.

Die Linken-Fraktion sprach von einem andauernden Chaos. „Es werden nur Löcher gestopft“, hieß es. Sie forderte ein Personalentwicklungskonzept, das den Unterricht auf lange Sicht garantiere. (dpa)