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Sachsen strebt Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen zu China an

Das Reich der Mitte steht im Fokus der sächsischen Wirtschaft. China hat sich zum wichtigsten Exportmarkt für Produkte aus dem Freistaat entwickelt. Auf diesem Weg soll es weiter vorangehen.

Radebeul. Sachsen möchte künftig noch mehr Produkte auf dem chinesischen Markt absetzen. Am Montagabend trafen sich deshalb Unternehmer verschiedener Branchen mit dem Botschafter Chinas, Mingde Shi. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sprach von einer Erfolgsgeschichte: „China ist mittlerweile der wichtigste Exportmarkt für Produkte Made in Saxony. Eine wichtige Rolle spielen dabei die sächsische Partnerregion Hubei und zahlreiche Städtepartnerschaften.“

Das Wachstum komme nicht von ungefähr: „Der Freistaat hat die Bedeutung Chinas als Wirtschaftspartner frühzeitig erkannt und setzt auf regelmäßigen Austausch, um die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben“, betonte Tillich. Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) zufolge profitiert der Freistaat seit Jahren von der Zusammenarbeit der heimischen Wirtschaft mit ihren chinesischen Partnern.

„Die sächsische Politik wird ihr Möglichstes tun, um diese Zusammenarbeit weiter zu stärken und zu intensivieren. Als China-Beauftragter der Bundes-SPD stehe ich seit Jahren in engem Kontakt mit der chinesischen Politik und dortigen Wirtschaftsvertretern“, erklärte der Minister. In diesen Gesprächen gehe es auch um Fragen der Zivilgesellschaft.

Dulig will im Mai nach China reisen. Das Land habe großes Interesse an der dualen Ausbildung in Deutschland. Dabei wolle Sachsen der Volksrepublik in den kommenden Jahren zur Seite stehen. „Wir legen großen Wert auf gute wirtschaftliche Beziehungen zu Sachsen. Meine Aufgabe ist es, dafür Brücken zu bauen und Kontakte herzustellen“, sagte Botschafter Mingde Shi.

Das Treffen hatte die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft (VSW) organisiert. Nach Darstellung von VSW-Präsident Bodo Finger nahm die Exportorientierung der sächsischen Wirtschaft in den vergangenen Jahren deutlich zu: „Das ist sehr erfreulich, denn Exporterfolge unserer Unternehmen sind Säule und Garant für heutigen und künftigen Wohlstand unserer Gesellschaft.“ Vor diesem Hintergrund sei China für sächsische Unternehmen ein „hochinteressanter Markt“.

Das belegt auch eine aktuelle Studie des Instituts für Mittelstands- und Regionalentwicklung, die China als Wachstumsmarkt für die hiesige Wirtschaft beleuchtet. Demnach ist das Land in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Exportmarkt für den Freistaat aufgestiegen. 2014 wurden rund 18 Prozent aller sächsischen Ausfuhren nach China exportiert, darunter vor allem Metall- und Elektroerzeugnisse.

Die Studie sieht daher vor allem Potenzial in den für Sachsen wichtigen Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau, Elektrotechnik und Fahrzeugbau. Insgesamt haben sächsische Unternehmen 2014 Waren im Wert von rund 6,4 Milliarden Euro im Reich der Mitte abgesetzt, 36 Prozent mehr als noch 2013. (dpa)