merken

Sachsen verwirft Lösung für Sportplatz Hagenwerder

Der CDU-Vorschlag stößt in Dresden auf wenig Gegenliebe. Damit ist vor der Bürgerversammlung wieder alles offen.

© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Daniela Pfeiffer

Anzeige
So werden Wohnträume wahr

Egal ob Umgebinde, kleinster Wohnraum oder Dachschrägen: Für das Einrichtungshaus Schimon ist keine Decke zu niedrig, kein Raum zu klein!

Woher das Geld gekommen wäre, war noch nicht geklärt. Aber zumindest die Idee der CDU-Stadtratsfraktion schien bei Vielen auf gute Resonanz zu stoßen. War sie doch im Streit um die Stilllegung des Rasenplatzes in Hagenwerder der erste konkrete Lösungsvorschlag. CDU-Stadtrat Octavian Ursu hatte in der jüngsten Ratssitzung aus einem Bescheid Dresdens von 2015 zitiert, aus dem hervorging, wie viel Geld ganz konkret nur für den Rasen berechnet wurde. Die Zuwendung in Höhe von 180 147 Euro – das entspricht einer 90-prozentigen Förderung – sei zweckgebunden für die Schadensbeseitigung am Rasenplatz Hagenwerder, der durch die Sanierung des Rasenplatzes im Stadion der Freundschaft erfolgen sollte. Zum damaligen Zeitpunkt ging man noch davon aus, dass Platz und Sportzentrum der ISG Hagenwerder in einem hochwassergefährdeten Bereich liegen. Für den Platz wurde das später widerufen.

Nun schlug Octavian Ursu, zugleich CDU Landtagsabgeordneter und OB-Kandidat für Görlitz, also vor, genau diese Summe zurückzuzahlen. „Ich halte das für die einzige Lösung, da rechtlich einwandfrei herauszukommen“, sagte er gestern gegenüber der SZ. „Es steht im Fördermittelbescheid nun mal ganz klar drin.“

Eben. Genauso sieht es nämlich auch die Sächsische Aufbaubank, die mit ihrer Aussage der SZ gegenüber die Hoffnung auf die CDU-Lösung vermutlich zerstören wird. Denn Beate Bartsch, Pressesprecherin der Sächsischen Aufbaubank (SAB), antwortet auf SZ-Nachfrage, inwieweit eine solche Rückzahlungsvariante in Betracht käme: „Das geförderte Vorhaben stellt den vollständigen Ersatz des Sportplatzes in Hagenwerder dar. Eine Differenzierung nach einzelnen Bauteilen, zum Beispiel Rasenplatz, erfolgte nicht. Bei einer teilweisen Rückzahlung der gewährten Hochwasserhilfen würde die Auflage zum Zuwendungszweck nicht erreicht.“ Heißt wohl: nichts da mit teilweiser Rückzahlung.

Allerdings ist eine entsprechende Anfrage oder ein Schreiben aus dem Görlitzer Rathaus dazu bislang noch nicht in Dresden angekommen. Der Görlitzer Pressesprecher Wulf Stibenz teilt mit, dass „eine Anfrage zur Möglichkeit einer Rückzahlung von Fördermitteln wie laut CDU-Antrag bezogen auf die Rasenfläche noch in Vorbereitung durch die zuständigen Ämter“ sei. Gut möglich, dass die Stadt die Sache detailreich und wohl formuliert einreichen möchte und vielleicht doch Verhandlungen dazu folgen.

Schreitet der Ministerpräsident ein?

Das Wissen um die wahnwitzige Geschichte der Rasenplatz-Stilllegung jedenfalls sei längst in Dresden angekommen, bestätigt auch Octavian Ursu. „Es ist natürlich bekannt im Landtag und ich habe von vielen Kollegen dort die Zusage, uns zu unterstützen, wo es möglich ist.“ Er habe nicht nur mit der ISG gesprochen, sondern auch mit den Präsidenten des Sportbundes und des Sächsischen Fußballverbandes. Selbstverständlich habe auch der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer Kenntnis von der Sache. Schließlich hat auch er aus Vereinskreisen schon Schreiben dazu bekommen. „Und dieses Thema ist auch nicht zu überhören“, sagt Herr Ursu. So manche Stimme meint ja, dass nur der Ministerpräsident die Zwickmühle auflösen könne. Aber Octavian Ursu glaubt das nicht. „Es ist nun mal ganz klar eine rechtliche Angelegenheit“, sagt er.

Um die wird es in dieser Woche noch mindestens zweimal gehen. Zum Einen bei einer Bürgerversammlung am Donnerstag in Hagenwerder. Zum anderen am heutigen Dienstag im Görlitzer Sportausschuss, der als beratendes Gremium aber stets nicht-öffentlich tagt. Hier wird der ISG-Vorstand Gelegenheit haben, sich zu äußern. „Auch hier vor dem Hintergrund, der ISG helfen zu wollen“, sagt Ursu.

Ganz so erfreut war ISG-Vorsitzender Thomas Zimmermann darüber allerdings nicht. „Weil das ein ganz kurzfristiger Termin ist, der für uns sehr schwer einzurichten ist“, sagt er. Nur dem Zufall, dass er am Sonntag im ISG-Gebäude war, ist es zu verdanken, dass er die schriftliche Einladung überhaupt schon im Briefkasten entdeckte. „Und dann für Dienstag 17 Uhr, wo ich zum Beispiel bis nach 18 Uhr arbeiten muss. Da würden wir uns doch wünschen, dass man auf uns zukommt und fragt, wann wir Zeit haben.“ Trotzdem will man nun heute die Chance angehört zu werden, nutzen. „Ich werde sicher noch einmal die Frage nach der Wahrheit stellen“, ist Thomas Zimmermann entschlossen. „Und versuchen, herauszufinden, wer von den Stadträten wirklich ernsthaft hinter uns steht.“ Denn der Stilllegung des Rasenplatzes haben schließlich alle zugestimmt.

Informationsabend zum Sportplatz Hagenwerder:

8. November, 19 Uhr, im Bahnhof Hagenwerder