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Sachsen will Bauern mit Tierhaltung helfen

Dresden - Sachsen will Bauern mit Tierhaltung in Krisenzeiten unterstützen. Am Donnerstag kündigte Agrarminister Frank Kupfer (CDU) ein Paket mit Hilfsmaßnahmen an. „Vielen Betrieben steht das Wasser bis zum Hals“, sagte Kupfer und sah vor allem Milchbauern bedroht.

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Dresden - Sachsen will Bauern mit Tierhaltung in Krisenzeiten unterstützen. Am Donnerstag kündigte Agrarminister Frank Kupfer (CDU) ein Paket mit Hilfsmaßnahmen an. „Vielen Betrieben steht das Wasser bis zum Hals“, sagte Kupfer und sah vor allem Milchbauern bedroht. Hintergrund sind stark gesunkene Erzeugerpreise. Während die Landwirte für einen Liter Milch Ende 2007 noch 41,9 Cent kassierten, lag der Preis ein Jahr später bei 26,7 Cent, momentan sind es nur noch 24,5 Cent. Dabei machen die Milchbauern Produktionskosten von 30 Cent pro Liter geltend. Wenn ein Liter Mineralwasser billiger sei als ein Liter Milch, falle er vom Glauben ab, betonte Kupfer.

Insgesamt stehen pro Jahr bis zu 50 Millionen Euro aus Mitteln des Landes und der EU zusätzlich bereit, um beispielsweise Investitionen auf den Weg zu bringen und umweltschonende Verfahren zu praktizieren. Um die Liquidität der Landwirte zu sichern, will Kupfer dem Kabinett Sonderkonditionen bei Betriebsmitteldarlehen vorschlagen. Der Zinssatz soll mit staatlichen Mitteln um bis zu zwei Prozent abgesenkt werden, derzeit sind es knapp fünf Prozent. Allein für Investitionsförderung sind 21 Millionen Euro vorgesehen.

Laut Kupfer sollte der Staat aber nur flankierend eingreifen. Es müsse weiter der Grundsatz „Mehr Markt - Weniger Staat“ gelten. Trotz aller Probleme würden sich Sachsens Landwirte aus eigener Kraft auf dem Weltmarkt behaupten, zeigte er sich überzeugt. Voraussetzung sei, dass sie sich mit Investitionen für den Markt fit machten. Kupfer sieht auch den Bund in der Pflicht. „Ein gravierender Wettbewerbsnachteil für deutsche Landwirte ist die Besteuerung von Agrardiesel.“ Zudem sollten steuerfreie Rücklagemöglichkeiten für landwirtschaftliche Betriebe als „Selbsthilfe in Krisensituationen“ eingeführt werden. (dpa)