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Sachsen will Sexualbildung modernisieren

Künftig soll an Schulen mehr Rücksicht auf Jugendliche genommen werden, die sich gleichgeschlechtlich orientieren.

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© dpa

Dresden. Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) hat Neuerungen bei der Behandlung sexueller Fragen im Unterricht angekündigt. Künftig müsse an Schulen mehr Rücksicht auf Jugendliche genommen werden, die sich gleichgeschlechtlich orientieren. Das gelte auch für Kinder, deren Geschlecht sich nicht eindeutig zuordnen lasse oder die sich selbst nicht zu einem Geschlecht bekennen wollen.

Die Ministerin kündigte gestern im Landtag die Überarbeitung des sogenannten Orientierungsrahmens für die Familien- und Sexualerziehung bis zum Jahresende an. Dieser soll „in angemessenem Umfang“ mit zeitgemäßen Inhalten versehen werden. Auch die Weiterbildung von Lehrern sei vorgesehen.

Abgelehnt wurde hingegen ein Antrag der Linken. Die Fraktion forderte darin, in der Schule müsse die Vielfalt sexuellen Lebens unter anderem mit Blick auf lesbische und schwule Orientierung vermittelt werden. Zudem will die Linksfraktion „die binäre Kategorisierung von Menschen in Frauen und Männer“ infrage stellen. Die Abgeordnete Sarah Buddeberg warb für Toleranz und kritisierte, dass Homosexuelle an Schulen häufig beschimpft würden. Zustimmung erhielt sie von den Grünen.

Die SPD will die Überarbeitung des Orientierungsrahmens abwarten und lehnte den Antrag ebenso wie CDU und AfD ab. Für die CDU sagte Patrick Schreiber, es sei richtig, dass Schule Akzeptanz für unterschiedliche Lebensmodelle und sich wandelnde Rollenbilder vermittle. Dies geschehe aber nicht durch das Infragestellen der Geschlechter Mann und Frau. (SZ/ale)