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Sanierung des A-4-Tunnels wird mit Millionen vorbereitet

Bund und Land investieren in den Tunnel bei Görlitz. Eine Umleitung über die Königshainer Berge ist nicht dabei. Auch eine andere Hoffnung bleibt wohl unerfüllt.

Schon vor der 2022 beginnenden Komplettsanierung des Autobahntunnels Königshainer Berge wird bereits kräftig investiert.
Schon vor der 2022 beginnenden Komplettsanierung des Autobahntunnels Königshainer Berge wird bereits kräftig investiert. © Nikolai Schmidt

Noch ehe im nächsten Jahr die Komplettsanierung des A-4-Tunnels Königshainer Berge beginnt, nehmen Bund und Land viel Geld in die Hand. Nach Auskunft von Tino Möhring, dem Sprecher der Autobahn GmbH des Bundes, fließen bereits im Vorfeld des Baustarts insgesamt 14 Millionen Euro in verschiedene Projekte. Bereits seit drei Jahren werde daran gearbeitet.

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Für sechs Millionen Euro vom Bund wird zusätzliche Tunnelausstattung installiert. Der Freistaat wendet acht Millionen Euro für die Absicherung der Verkehrsführung im Gegenverkehr auf, die während des Baus zwischen 2022 und 2024 vorgesehen ist. Dazu zählt vor allem die Ausstattung der für diesen Zeitraum geplanten "temporären Tunnelfeuerwehr" mit einem Gebäude, Fahrzeugen und Einsatzkräften. Im Gemeinderat von Kodersdorf steht mit dem "Neubau Feuerwache am Tunnelportal" ein entsprechender Punkt am nächsten Dienstag auf der Tagesordnung des Gemeinderates.

Strecke durch Königshainer Berge gibt es nicht

Der von Lesern kürzlich nach einem SZ-Beitrag über die Verkehrsbelastung auf der Umleitungsstrecke in Nieder Seifersdorf ins Spiel gebrachte Vorschlag einer Ausweichstrecke zwischen beiden Tunnelköpfen durch die Königshainer Berge hat indes keine Chance auf Verwirklichung. Denn: "Der Grund für die Trassenführung der A4 in einem langen Tunnel war der Schutz des Landschaftsschutzgebietes", begründet Möhring. Lärm- und Naturschutz verböten geradezu eine oberirdische Trasse in den Bereichen Nieder Seifersdorf und Kodersdorf.

Und auch mit einer anderen Hoffnung der Anrainer räumt der Sprecher der bundeseigenen Autobahn GmbH auf: Der Tunnel wird bis auf Weiteres nicht sechsspurig ausgebaut, was bessere Chancen für den gegenläufigen Verkehr böte, falls eine Röhre durch Unfall oder Wartung ausfallen würde. Dazu hat Tino Möhring die entsprechenden Zahlen parat. "Die Leistungsfähigkeit einer Trasse mit zwei Fahrspuren pro Richtung - wie aktuell vorhanden - beträgt 60.000 bis 65.000 Fahrzeuge am Tag." Nur wenn die Verkehrsbelegung höher prognostiziert werde, könne die Planung von drei Fahrstreifen je Richtung in Betracht gezogen werden.

Kaum Chancen auf sechs Spuren im Tunnel

Das ist aber momentan eher unwahrscheinlich. Denn von Januar bis Juni 2021 wurden am Tunnel Königshainer Berge im Durchschnitt lediglich 26.000 Fahrzeuge täglich gezählt - und damit weit weniger als die Hälfte der erforderlichen Anzahl. Der Spitzenwert lag am 1. April bei 39.000 Fahrzeugen. Zum Vergleich: An der Zählstelle Dresden-Nord betrug der Durchschnittswert pro Tag im gleichen Zeitraum 71.000 Fahrzeuge.

Tino Möhring schlussfolgert daraus, dass die Planer perspektivisch nur dann aktiv werden könnten, wenn es zu einer "deutlichen Verdopplung der Verkehrsprognose" komme. Allerdings würden sich in nächster Zeit durch Energiewende, Dezentralisierung und hochautomatisiertes Fahren auch die Rahmenbedingungen für den Verkehr ändern.

Wie viele Millionen die Tunnelsanierung in den nächsten drei Jahren insgesamt kosten wird, steht indes noch nicht fest. Man befinde sich derzeit im Ausschreibungsverfahren, informiert der Sprecher der Autobahn GmbH. Konkrete Zahlen könnten deshalb noch keine genannt werden.

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