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Melanie Müller sagt Auftritt beim Pichmännel Oktoberfest in Dresden ab

Nach der Berichterstattung über "Sieg Heil"- Rufe bei einer Show in Leipzig ist Sängerin Melanie Müller nicht mehr nach feiern zumute. Das betrifft auch ihren Auftritt am Mittwoch in Dresden.

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Schlagersängerin Melanie Müller singt auf der Bühne. Bei einem Auftritt in Leipzig wurden rechte Parolen gebrüllt.
Schlagersängerin Melanie Müller singt auf der Bühne. Bei einem Auftritt in Leipzig wurden rechte Parolen gebrüllt. © Bodo Schackow/dpa-Zentralbild (Archiv)

Leipzig/Dresden. Die frühere RTL-Dschungelkönigin und heutige Mallorca-Sängerin Melanie Müller hat ihren geplanten Auftritt am Mittwoch beim Pichmännel Oktoberfest in Dresden abgesagt. "In der aktuellen Situation kann ich nicht so einfach in Feierstimmung übergehen", schreibt Müller bei Facebook.

Die 34-Jährige bezieht sich in ihrem Statement auf die vorausgegangene Berichterstattung nach einem Auftritt Mitte September in Leipzig. Dort brüllten Besucher im Publikum „Sieg Heil“ und zeigten offenbar auch den Hitlergruß. In einem Instagram-Video distanzierte sich Müller von den von rechtsradikalen Äußerungen. Sie sei "bestürzt und empört" über die Geschehnisse bei dem gebuchten Auftritt vom 17. September. "Ich möchte mich von derartigen Personen und Gedankengut klar und deutlich distanzieren und verurteile dieses auch aufs Schärfste." Mit Nazis und Rechtsradikalen habe sie nichts zu tun.

Bei dem Auftritt seien von einigen Zuschauern Äußerungen mit eindeutig rechtsradikalem und nationalsozialistischem Gedankengut gefallen, betonte die Sängerin. Sie habe sofort darauf hingewiesen, dass dies zu unterlassen sei, einige Personen seien daraufhin des Festzeltes verwiesen worden. "Als es zu weiteren derartigen Äußerungen kam, habe ich meinen Auftritt sofort abgebrochen und die Veranstaltung verlassen."

"Fakt ist: In mein Publikum gehören keine Nazis. Ich distanziere mich klar von den Geschehnissen bei dem Auftritt in Leipzig und hoffe, dass ich mit etwas Abstand die Möglichkeit bekomme, mich öffentlich zu positionieren. Doch dafür braucht es Zeit. Ich habe mich deshalb gemeinsam mit dem Veranstalter Feldschlösschen dazu entschieden, den morgigen Auftritt in Dresden erst einmal abzusagen", so Müller.

Der Auftritt in Leipzig hat nun auch juristische Folgen. Es werde wegen des Verdachts der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Leipzig am Dienstag auf Anfrage. (dpa/SZ)