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Sachsen

Bedarf an sächsischen Tafeln gestiegen

Während der Corona-Pandemie haben die Tafeln ein Drittel mehr Lebensmittel ausgegeben als zuvor - und es kam eine neue Gruppe Bedürftiger.

Der Bedarf an Lebensmitteln von den Tafeln ist im vergangenen Jahr stark gestiegen.
Der Bedarf an Lebensmitteln von den Tafeln ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. © Markus Scholz/dpa

Dresden. Die sächsischen Tafeln haben im Jahr 2020 vor allem wegen der Corona-Pandemie deutlich mehr Lebensmittel an Bedürftige verteilt. "Im vergangenen Jahr gaben wir rund 1.300 Tonnen aus, im Jahr davor waren es 1.000 Tonnen", sagte der Vorsitzende des Landesverbandes Sächsischer Tafeln, Karltheodor Huttner, in Dresden. Neben Senioren hätten vor allem Menschen in Kurzarbeit die 43 Tafeln im Land aufgesucht. Nach der Abzahlung von Krediten beispielsweise für Haus und Auto habe bei ihnen oft das Geld für das Essen gefehlt.

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Etwa 120.000 sozialbedürftige Menschen sind den Angaben zufolge im Jahr 2020 vorübergehend oder teilweise mit Waren des täglichen Bedarfes versorgt worden. Etwa 1.000 Menschen, die zum großen Teil ehrenamtlich tätig sind, engagieren sich in den Tafeln.

Derzeit gebe es einen struktureller Wandel bei der Belieferung der Tafeln, sagte Huttner. So kämen die Waren nicht mehr ausschließlich aus Märkten und Discountern, die übrig gebliebene Lebensmittel abgeben. Es gebe einen Trend, wonach Unternehmen Waren direkt Zentrallager in Sachsen beliefern. Von dort werden die Waren dann an die Tafeln verteilt. Dadurch könne schneller und flexibler auf den Bedarf der einzelnen Tafeln reagiert werden, so Huttner.

Neben Spendenmitteln erhalten die Tafeln Unterstützung vom Freistaat Sachsen. Mit dessen Förderung wurde unter anderem in Fahrzeuge, Modernisierung und Ausstattung der Ausgabestellen investiert. Die Mittel lagen den Angaben zufolge im Jahr 2020 bei etwa 400.000 Euro. Die sächsischen Tafeln haben im vergangenen Jahr auch Einrichtungen in Tschechien unterstützt. So gingen 162 LKW-Ladungen mit 22.800 Kilogramm Lebensmitteln in das Nachbarland. (dpa)

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