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Laschet ist kein Mann für den Osten

Die sächsische CDU muss mit diesem Kanzler-Kandidaten erneut vor der nächsten Bundestagswahl bangen. Ein Kommentar von Annette Binninger.

© dpa

Am Tag nach dem nächtlichen Show-down im CDU-Bundesvorstand ist es still in der sächsischen CDU. Sehr still. Es gibt nicht einmal die üblichen, höflichen Ergebenheits-Adressen, die sonst frühzeitig vorbereitet sofort in die Welt versandt werden. Es bleibt auffällig still.

Lautstärker hätte man die Enttäuschung gar nicht zum Ausdruck bringen können. Die sächsische Union hat binnen kurzer Zeit drei schwere Enttäuschungen zu verkraften. Sie hatte sich Friedrich Merz als CDU-Chef gewünscht. Doch es kam Annegret Kramp-Karrenbauer. Dann hatten die Sachsen mehrheitlich wieder auf Friedrich Merz gesetzt, doch es kam Armin Laschet. Und sie hatte sich zuletzt mit prominenten Vertretern wie Marco Wanderwitz, dem sächsischen Spitzenmann zur Bundestagswahl, für Markus Söder als Kanzler-Kandidat der Union starkgemacht. Doch nun ist auch das Armin Laschet, der Rheinländer mit wenig Gespür für den Osten. Von Aufbruchstimmung keine Spur.

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Am Ende hat sich mit Laschet ein Gesicht durchgesetzt, das für den alten, westdeutschen Partei-Apparat der CDU steht, der bewusst auf Ausgleich setzt, nicht auf Attacke. Keine charismatische Führungsfigur, die auch konservative Kräfte mitreißen könnte in eine moderne Zukunft.

Das aber hatte man sich so dringend in Sachsen gewünscht. Die CDU hierzulande muss nun umso mehr bangen, dass sich ihre Schmach von 2017, bei der Bundestagswahl auf Platz Zwei abzurutschen, wiederholen könnte.

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