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Sachsen

Politik in Sachsen - Die Morgenlage

+++ Kretschmer denkt an härtere Maßnahmen +++ Sieben neue Schweinepest-Fälle +++ Was bedeutet der LUA-Umzug für Bischofswerda? +++

Michael Kretschmer nimmt im großen Sächsische.de-Interview Stellen zur aktuellen Corona-Situation.
Michael Kretschmer nimmt im großen Sächsische.de-Interview Stellen zur aktuellen Corona-Situation. © Robert Michael/dpa

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Sachsen krempelt die #ärmelhoch
Sachsen krempelt die #ärmelhoch

Die Corona-Schutzimpfung ist gestartet. Zunächst allerdings nur für Menschen, die zur Gruppe der höchsten Priorität gehören.

es ist gar nicht mehr so einfach, nur einfach ein Interview zu führen. Denn bevor man über den Inhalt nachdenkt, muss man zu Corona-Zeiten erst einmal die „Umstände“ klären. Also: Wo? Und wie? Geht man das Risiko eines Treffens ein? Und wenn ja – wo? Wie viele Personen können kommen? Reichen die Abstände? Und die Maske, muss die zusätzlich trotzdem sein?

Nachdem dies alles geklärt war, ging es für meinen Kollegen Fabian Deicke und mich am Dienstagabend in die Staatskanzlei zum Interview mit Ministerpräsident Michael Kretschmer. Ausreichend Abstand ist gegeben im großen Besprechungszimmer der Staatskanzlei in Dresden. Die Mikrofone sind desifinziert und eingerichtet. Mindestens fünf Meter Platz bis zur Stirnseite des schweren Holztisches, dort hat Michael Kretschmer Platz genommen. Ohne Maske sitzt er dort.

„Wir können schon anfangen, oder?“, sagt er ungeduldig, aber freundlich-bestimmt. Zehn Minuten vor dem eigentlichen Gesprächstermin. Der Terminkalender des Regierungschefs ist voll, die Zeit drängt nicht nur an diesem Tag. Angesichts der extrem hohen Infektionszahlen und zunehmend überlasteter Krankenhäuser steigt der Druck auf Kretschmer und die gesamte politische Führung des Landes derzeit nicht minder rasant. Und im Gespräch wird deutlich: Die nächsten Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung, wenn die Zahlen nicht signifikant sinken sollten, stehen bereits fest.

Wir begegnen einem Regierungschef voller Sorge, bemüht um Strenge und Klarheit. Obwohl ihm bewusst ist, dass auch er durch langes Warten und Zögern dazu beigetragen hat, dass sich Sachsen so rasant zu Deutschlands Hotspot entwickelt hat. Aber hören und lesen Sie selbst – im neuen „Corona-Cast“ und im großen, geschriebenen Interview.

Herzlichst,

Ihre Annette Binninger, Leiterin Politikredaktion sächsische.de


Die wichtigsten News am Morgen

+++ Kretschmer denkt an noch härtere Corona-Regeln +++

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich im großen Interview auf Sächsische.de sehr besorgt über die derzeitigen Infektionszahlen gezeigt und angekündigt, falls diese in den kommenden Wochen nicht sinken, auf striktere Maßnahmen zurückzugreifen. Dazu könnten auch die Schließung von Schulen, Kitas und Nicht-Lebensmittelgeschäften gehören.

Zur gesetzten Zielmarke sagte Kretschmer: "Wir müssen deutlich unter die 200, aus meiner Sicht sogar deutlich unter die 100. Wenn wir auf dem Weg dahin sind, kann man über Vieles reden." Alles darüber würde das Gesundheitssystem überlasten.

Der Ministerpräsident verteidigte zudem seinen Kurs, auf Eigenverantwortung der Sachsen zu setzen und richtete einen Appell an sie: "Darum sage ich jedem: Bleiben Sie zuhause! Ich gehe Weihnachten auch nicht in die Kirche. Ich würde die Einkäufe beim Einzelhandel machen, die sein müssen, damit man nicht alles online bestellt. Aber, was jetzt nicht sein muss, das muss man jetzt auch nicht machen."

Das ganze Gespräch mit dem Ministerpräsidenten gibt es auch als Corona-Cast auf sächsische.de

+++ Sieben neue Schweinepest-Fälle in Sachsen +++

Im Landkreis Görlitz sind bei der Suche nach Überresten von Tieren sieben mit der Afrikanischen Schweinepest infizierte Kadaver gefunden worden. Somit erhöht sich die Zahl der Fälle in Sachsen auf 15. Alle Tiere wurden nahe der Neiße innerhalb des gefährdeten Gebietes rund um Krauschwitz entdeckt. Insgesamt fanden die Suchtrupps rund 70 Kadaver. Das Friedrich-Loeffler-Institut, dem bundesdeutschen Referenzlabor, bestätigte die Fälle.

Der Freistaat hat rund um das Gebiet einen Zaun errichtet. Außerdem entsteht ein fester Grenzzaun an der Neiße, um Wildschweine daran zu hindern, durch die Neiße von Polen nach Deutschland zu kommen und so die Krankheit weiter einzuschleppen. Die Schweinepest ist für infizierte Tiere fast immer tödlich, für den Menschen jedoch ungefährlich.

+++ Das bedeutet der LUA-Umzug für Bischofswerda+++

Die Landesuntersuchungsanstalt für Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) wird von Dresden nach Bischofswerda umziehen. Der Neubau in einem Gewerbegebiet soll bis 2026 und der Umzug bis 2027 abgeschlossen sein. Im Interview mit Sächsische.de erklärt Oberbürgermeister Holm Große, welche Chancen das für Bischofswerda eröffnet und was die LUA-Mitarbeiter erwartet.

Darin geht es auch um eine neue, dritte Stadtbuslinie und die S-Bahn-Anbindung, die durch den Umzug stärker in den Fokus rücken dürften. Außerdem verspricht er den LUA-Mitarbeitern, die mehrheitlich gegen den Umzug sind, "dass hier etwas geschaffen wird, was ganz andere Arbeitsbedingungen für sie mit sich bringt." Große sieht den Umzug als "ein Zeichen für die Region, dass überörtliche Einrichtungen nicht nur in Dresden oder Bautzen sein müssen."

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