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Wirtschaft

Ende der Durststrecke in Sachsen?

Weil Sachsens Kneipen wegen Corona geschlossen blieben, wurde kaum Bier in Fässer abgefüllt. Nun läuft das Geschäft der Brauer wieder an.

Sachsens Brauer hoffen auf ein Ende der Corona-Durststrecke.
Sachsens Brauer hoffen auf ein Ende der Corona-Durststrecke. © Symbolfoto: dpa/Patrick Seeger

Dresden. Mit der Öffnung der Biergärten und Außengastronomie nach der coronabedingten Zwangspause hoffen Sachsens Brauereien auf steigenden Absatz. "Die Erwartungen für den Sommer hängen sehr stark davon ab, wie sich die Infektionszahlen weiter entwickeln", sagte Geschäftsführerin des Sächsischen Brauerbundes, Barbara Sarx-Lohse.

Nach derzeitigen Regeln dürfen Gastwirte erst ab einer stabilen Inzidenz unter 50 Gäste drinnen empfangen, unter dem Wert von 35 fällt die Testpflicht weg. "Momentan läuft es eher zögerlich an", so Sarx-Lohse. Allein die Öffnung der Außengastronomie reiche nicht aus, um die Defizite der vergangenen Monate aufzuholen. Auch das Wetter habe bisher nicht recht mitgespielt.

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Daher sei der Absatz auch in diesem Jahr eher schlecht gewesen, so Sarx-Lohse. Im April lag die Menge des verkauften Bieres mit rund 557.000 Hektolitern zehn Prozent unter dem Vorjahresmonat. Auch damals gab es bereits einen Lockdown, die Brauereien verkauften bereits elf Prozent weniger als noch 2019. Besonders kleinere Brauereien, die ihr Fassbier an die Gastronomie verkaufen, waren von dem monatelangen Lockdown betroffen. Kneipen, Restaurants und Clubs gehören für die Brauereien zu den wichtigsten Abnehmern. Insgesamt gibt laut Brauerbund 79 Brauereien im Freistaat.

Mittlerweile ist die Fassbierabfüllung vielerorts wieder angelaufen. Zeitweise wurde sie komplett eingestellt, so Sarx-Lohse. Brauereien könnten aber schnell reagieren und statt in Flaschen auch in Fässer abfüllen. Lieferschwierigkeiten gebe es nicht.

Bei der Dresdner Feldschlösschen AG gehen seit einer Woche wieder Bestellungen für Fassbier ein. Die Abfüllung laufe, es könne wieder losgehen, erklärte Mike Gärtner vom Vorstand. "Wir alle hoffen, dass nun auch das Wetter mitspielt, so dass wir nach dem "ausgefallenen" Frühjahr wenigstens noch einen schönen Sommer bekommen." Die Corona-Krise habe das Unternehmen hart getroffen, das gesamte Geschäft mit Fassbier sei zum Erliegen gekommen. Details nannte das Unternehmen nicht.

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Steffen Dittmar, Geschäftsführer der Bergquell-Brauerei in Löbau, hofft auf die nächsten Wochen. "Wir sind guten Mutes und vorbereitet." Zwar habe die ostsächsische Brauerei während des Lockdowns einiges mit der Abfüllung in Flaschen kompensieren können. "Aber Bier wird einfach in geselliger Runde getrunken", so Dittmar. Die Corona-Einschränkungen hätten daher für eine deutliche Absatzdelle gesorgt. "Jetzt hoffen wir auf ein zweites Halbjahr, das mehr Segen bringt." (dpa)

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