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Sachsen

Lehrerverbände sind für Abiturprüfungen

Die GEW fordert, die schriftlichen Prüfungen wegen der Corona-Pandemie notfalls ausfallen zu lassen. Die Forderung stößt in Sachsen auf Kritik.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, die Abiturprüfungen in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie notfalls ausfallen zu lassen. Dafür erntete sie aber umgehend Widerspruch.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, die Abiturprüfungen in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie notfalls ausfallen zu lassen. Dafür erntete sie aber umgehend Widerspruch. © Tobias Kleinschmidt/dpa

Dresden. Sachsens Kultusministerium will auch in diesem Jahr ordnungsgemäße Abiturprüfungen durchführen. „Wir tun alles dafür, damit unsere Abiturienten ein gleichwertiges Abitur bekommen – mit Prüfungen“, teilte Sprecherin Susann Meerheim mit. „Ein Notabitur ist nicht das Ziel. Die Jugendlichen wollen ein Abitur, dass in ganz Deutschland und darüber hinaus anerkannt wird.“ In diesem Punkt seien sich die Länder in der Kultusministerkonferenz einig. Am Donnerstag treffen sich die Ressortchefs zu Beratungen.

Die Bildungsgewerkschaft GEW hatte gefordert, wegen der Corona-Pandemie die Abitur-Prüfungen in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen. Als Grundlage der Notengebung könnten dann die mündlichen Leistungen dienen, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe. Sie betonte, die Kultusministerinnen und Kultusminister hätten erklärt, die Abiture mit verschiedenen Prüfungsformaten gegenseitig anzuerkennen. Diese Erklärung müsse eingehalten werden, sollten Prüfungen pandemiebedingt ausfallen.

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Der sächsische Lehrerverband hat sich dafür ausgesprochen, trotz der Einschränkungen an Abiturprüfungen auf dem Niveau der Vorjahre festzuhalten. Ein Aussetzen der schriftlichen Prüfungen würde die Abiturientinnen und Abiturienten bei der Bewerbung um einen Studien- oder Ausbildungsplatz benachteiligen, teilte der Verband mit. Es dürften jedoch keine Nachteile durch ein „Corona-Abitur“ im Schuljahr 2020/2021 entstehen.

Abiturienten in Sachsen gut vorbereitet

Die Kultusministerien aller Bundesländer müssten verlässliche Rahmenbedingungen und Zeitschienen für alle Abschlussprüfungen festlegen, forderte der Verband. "Wir tun unseren Schülerinnen und Schülern keinen Gefallen, wenn Ungewissheit aufkommt, dass die Abiturprüfungen möglicherweise nicht wie geplant stattfinden könnten", erklärte der Verbandsvorsitzende Jens Weichelt. "Die Motivation zur Vorbereitung auf die Prüfungen muss erhalten bleiben."

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Sachsen habe die Abiturvorbereitung gerade wegen Corona besonders im Blick, sagte Thomas Langer vom Philologenverband. Die Abschlussklassen hatten im gesamten Pandemiejahr den meisten Unterricht – nur von Mitte Dezember bis Mitte Januar waren sie nicht in der Schule. Außerdem wurde der Unterricht auf die Prüfungsfächer konzentriert und die Prüfungsordnung angepasst. "Die Abiturienten und Abiturientinnen sind gut vorbereitet", so der Vorsitzende der Vertretung der sächsischen Gymnasiallehrer. "Sie verdienen die Chance auf ihre Abiturprüfungen“

Inzwischen hätten die Lehrer auch Erfahrungen mit Prüfungen unter Pandemiebedingungen. Für gute Infektionsschutzbedingungen seien allerdings Schnelltests für jeden an jedem Prüfungstag und Impfangebote für die Lehrkräfte nötig, so Langer.

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