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Das AfD-Ergebnis ist schwächer als es scheint

Im Vergleich zur letzten Bundestagswahl hat die AfD deutlich an Stimmen eingebüßt. Eine Ergebnis-Analyse.

Die AfD-Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl, Tino Chrupalla (M.) und Alice Weidel, sowie Bundessprecher Jörg Meuthen zogen am Montag in Berlin eine eher verhaltene Wahl-Bilanz.
Die AfD-Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl, Tino Chrupalla (M.) und Alice Weidel, sowie Bundessprecher Jörg Meuthen zogen am Montag in Berlin eine eher verhaltene Wahl-Bilanz. © dpa/Bernd Von Jutrczenka

Dresden. Eher verhalten war am Tag danach die Reaktion aus dem AfD-Bundesvorstand auf das Wahlergebnis. Denn bei genauerem Hinsehen hat die AfD weithin in Deutschland erhebliche Stimmen verloren - im Westdeutschland deutlich mehr als im Osten.

„Unterm Strich wird man dieses Ergebnis nicht schönreden dürfen“, kommentierte Bundesvorstands-Sprecher Jörg Meuthen in Berlin ein „Ergebnis mit Licht und Schatten“. Die „Kern-Klientel“ habe man zwar abrufen, aber keine neuen Wähler-Schichten dazugewinnen können. Eine „mediale und gesellschaftliche Stigmatisierung“ dafür als Grund zu nennen, greife zu kurz, so Meuthen weiter.

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Im Vergleich zur Bundestagswahl vor vier Jahren hat die AfD in Sachsen im Zweitstimmen-Ergebnis 2,4 Prozent verloren. Trotz der desaströsen Schwäche der CDU konnte sie keine zusätzlichen Wähler an sich binden. In absoluten Zahlen bedeutet das: Im Vergleich zur Bundestagswahl machten etwa 63.000 Sachsen weniger ihr Kreuz bei der AfD.

Zogen vor vier Jahren nur drei direkt gewählte Abgeordnete für die sächsische AfD in den Bundestag, gewinnt die Partei diesmal in zehn von 16 Wahlkreisen. Allerdings: Dadurch zieht kein einziger Name auf ihrer Landesliste. Dadurch rutscht beispielsweise der vom Verfassungsschutz als Rechtsextremist eingestufte Jens Maier aus dem Bundestag. Er konnte sich in Dresden nicht gegen seine Mitbewerber durchsetzen.

Doch bei den Zweitstimmen hat die AfD in 13 der 16 Wahlkreise Anteile verloren. Die höchsten Verluste erzielte sie im Wahlkreis Leipzig I (– 5,3 Prozent), Dresden I (– 5,2 Prozent), in Leipzig II (minus 4,7) sowie in Dresden II/Bautzen II (–4,1).

Zulegen konnte sie nur im Erzgebirge, in Teilen Mittelsachsens und in Nordsachsen. Am wenigsten Zweitstimmen erzielte die AfD im Leipziger Süden II mit 11,2 Prozent. Außerhalb der Großstädte gab es für die AfD das niedrigste Ergebnis in Markkleeberg mit 13,8 Prozent.

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Die meisten Stimmen gab es – wie schon bei der Landtagswahl 2019 sowie der Bundestagswahl 2017 – in den Kommunen Dorfchemnitz und Neißeaue. In Dorfchemnitz im Landkreis Mittelsachsen erreichte die AfD 47,9 Prozent, in Neißeaue im Landkreis Görlitz 47,4.

Insgesamt erzielte die AfD im Freistaat Sachsen in 27 der 420 Kommunen mehr als 40 Prozent. Mit klarem Schwerpunkt: Bis auf fünf Gemeinden liegen alle in den Wahlkreisen Görlitz und Bautzen.

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