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Das ist Sachsens neuer Gedenkstätten-Chef

Markus Pieper aus Ostwestfalen soll die Stiftung Sächsische Gedenkstätten europaweit wieder sichtbarer machen und neue Erinnerungsorte erschließen.

Markus Pieper (49) kommt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin nach Dresden.
Markus Pieper (49) kommt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin nach Dresden. © Foto: StSG

Stärkere Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit, mehr Präsenz in der europäischen Erinnerungslandschaft und Entwicklung neuer Gedenkstätten: Das sind die Hauptaufgaben für Markus Pieper, der am Dienstag als Neuer Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten vorgestellt wurde. Zuvor hatte das Kabinett der Wahl von Dr. Markus Pieper zugestimmt und die Vorsitzende des Stiftungsrates, Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch, den Arbeitsvertrag für eine Amtszeit von sieben Jahren ab 1. September 2021 unterzeichnet. Der Stiftungsrat hatte Pieper bereits Ende März mit großer Mehrheit und ohne Gegenstimmen gewählt.

Der 49-Jährige tritt die Nachfolge von Siegfried Reiprich an, der am 21. Juli 2020 mit sofortiger Wirkung von seiner Tätigkeit freigestellt worden war. Unter ihm war es zu einer Konsolidierung des Haushaltes und einem erheblichen Zuwachs der Mittel für die Stiftung gekommen, aber auch zu einer anhaltend konfliktbeladenen Stimmung im Inneren.

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Dissertation über „Parteiauftrag: Städtepartnerschaft"

„Herr Dr. Pieper hat umfangreich auf dem Gebiet der Erinnerungskultur gewirkt und ist national und international hervorragend in der Gedenkstättenlandschaft vernetzt“, begründete Ministerin Klepsch die Wahl des gebürtigen Ostwestfalen. Pieper hat in Oldenburg, Berlin und Warschau Osteuropäische Zeitgeschichte und Soziologie, Politikwissenschaft sowie der Publizistik/Kommunikationswissenschaften studiert. 2019 promovierte er über das Thema „Parteiauftrag: Städtepartnerschaft. Kommunalpartnerschaften zwischen Polen und der DDR und ihre Transformation nach 1989“.

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Von 2003 bis 2008 war Markus Pieper wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Stiftung Ettersberg zur vergleichenden Erforschung europäischer Diktaturen und ihrer Überwindung in Weimar und von 2008 bis 2012 als Referent beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Berlin. Seit 2012 bis heute arbeitet er in der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin, zuletzt als Leiter des Arbeitsbereichs Gedenkstätten und Erinnerungskultur. Die Stiftung Sächsische Gedenkstätten betreibt sechs Gedenkstätten in Sachsen und fördert beziehungsweise entwickelt darüber hinaus zwölf weitere Erinnerungsorte. (SZ/or)

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