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Sachsen

Deutlich mehr psychische Erkrankungen

In Sachsen hat die Zahl der Ausfalltage wegen psychischer Probleme im Corona-Jahr 2020 deutlich zugelegt - auch im Vergleich zum Bundes-Durchschnitt.

In Sachsen nahm die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen stark zu.
In Sachsen nahm die Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen stark zu. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild (Archiv)

Dresden. Ausfalltage von Arbeitnehmern wegen psychischer Erkrankungen sind im ersten Jahr der Corona-Pandemie 2020 in Sachsen auf Rekordhöhe gestiegen. Die DAK-Gesundheit stellte hier 278 Fehltage pro 100 erwerbstätige Versicherte fest, im Bundesdurchschnitt waren es mit rund 265 Fehltagen deutlich weniger. Auch die Dauer von durchschnittlich 34 Tagen je Krankheitsfall sei ein Rekord, teilte die Krankenkasse am Dienstag mit. Frauen haben dabei doppelt so viele Fehltage wie Männer. Häufigste Einzeldiagnosen waren Depressionen und Anpassungsstörungen. Dahinter verbirgt sich die Reaktion auf ein belastendes Ereignis.

Dabei gibt es in einzelnen Wirtschaftssparten sehr unterschiedliche Werte, hieß es. "Die Logistikbranche (plus 76 Prozent) und das Gesundheitswesen (plus 29 Prozent) gehörten zu den Bereichen mit den deutlichsten Steigerungen der Fehltage bei Depression und Co", teilte die Kasse mit. Im Langzeitvergleich mit dem Jahr 2010 hätten in Sachsen Ausfallzeiten wegen Seelenleiden um 72 Prozent zugenommen, während die Fehlzeiten insgesamt im gleichen Zeitraum nur um zehn Prozent stiegen. Für die Analyse wurden Daten von knapp 54.000 sächsischen DAK-Versicherten ausgewertet.

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"Die Belastungen durch die Pandemie werden durch die aktuelle Analyse offensichtlich. Der Blick auf die einzelnen Branchen zeigt, wie unterschiedlich der Druck verteilt ist", erklärte Christine Enenkel, Chefin der DAK-Landesvertretung Sachsen. Das Gesundheitswesen sei bis an die Grenzen belastet - das Personal leide darunter. Ähnlich sehe es bei Beschäftigten in den Sparten Verkehr, Lager und Kurierdienste aus. Dagegen seien psychisch bedingte Fehlzeiten in der IT-Branche, bei Banken und Versicherungen sowie in der Verwaltung zurückgegangen: "Möglicherweise hat sich hier unter anderem die Arbeit im Homeoffice positiv ausgewirkt." (dpa)

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