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Digitale Angriffe auf Sachsens Behörden

Millionen Mails an Mitarbeiter der Verwaltung werden aussortiert, weil sie Schadcodes enthalten. Viele neue Sicherheitsexperten werden gesucht.

Sächsische Behörden sind stetigen Angriffen aus dem Internet ausgesetzt.
Sächsische Behörden sind stetigen Angriffen aus dem Internet ausgesetzt. © Archiv/Oliver Berg/dpa (Symbolbild)

Dresden. Von den ungefähr 185 Millionen E-Mails, die in den vergangenen zwölf Monaten an Mitarbeiter in sächsischen Verwaltungen geschickt worden sind, enthielten 85 Prozent unerwünschte Werbung oder einen Schadcode.

Laut Thomas Popp, dem sächsischen Staatssekretär für digitale Verwaltung und Verwaltungsmodernisierung, mussten die betroffenen Mails alle aussortiert werden. „Schon ein Klick auf den falschen Link kann eine ganze Behörde lahmlegen“, warnt er. Die Kontrolle und Aussortierung der gefährlichen Mails erfolge vor allem automatisch. Häufig sei zusätzlich allerdings auch eine persönliche Begutachtung der eingehenden digitalen Post durch einen Mitarbeiter des Sicherheitsnotfallteams SAX-CERT notwendig, sagte Popp am Dienstag bei der Vorstellung des Jahresberichts zur Informationssicherheit.

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Laut dem Bericht gab es in Sachsen zuletzt keinen Fall, bei dem die Arbeit von staatlichen Einrichtungen und Behörden durch Schadsoftware gravierend beeinträchtigt wurde. Um die digitale Infrastruktur des Freistaates auch künftig umfassend zu schützen, seien im neuen Doppelhaushalt 2021/ 2022 aber zusätzliche Millioneninvestitionen in moderne Technik sowie in mehr IT-Personal nötig, so Popp. 

Gebraucht würden mindestens 20 neue Stellen in diesem Bereich. Allein das Sicherheitsnotfallteam müsse von zurzeit sieben Mitarbeitern auf etwa 14 aufgestockt werden. Dazu müsse in Zukunft aber auch für jeden Behördenbereich mit mehr als 1.000 Mitarbeitern ein eigener Sicherheitsexperte zur Verfügung stehen. (SZ/gs)

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