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KI soll Sachsens Schüler besser machen

Sachsens Lehrer sollen mit Künstlicher Intelligenz im Unterricht entlastet werden. Erste Tests laufen schon.

Die Software „Area9 Rhapsode“ erkennt die unterschiedlichen Wissensstände der Lernenden genau.
Die Software „Area9 Rhapsode“ erkennt die unterschiedlichen Wissensstände der Lernenden genau. © Sebastian Kahnert/dpa

Leipzig. Künstliche Intelligenz (KI) soll künftig Sachsens Lehrer im Unterricht unterstützen. Beim Besuch der Leipziger Softwareentwickler „Area9 Lyceum“ erklärte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Donnerstag, dass eine Einführung der interaktiven Lernplattform schon nächstes Jahr denkbar sei. Gegenwärtig wird die Software „Area9 Rhapsode“ an sechs Schulen in Sachsen getestet, darunter an der Max-Militzer Grundschule in Bautzen, der Oberschule Dohna, und dem Gerda-Taro-Gymnasium in Leipzig. Parallel läuft der Test in Mecklenburg-Vorpommern.

Nach der Sommerpause soll der Kultusministerkonferenz ein Vorschlag unterbreitet werden, sagte Kultus-Staatssekretär Herbert Wolff. "Area9 Rhapsode" sei ein „revolutionäres System“ und ein „völlig neuer Schritt in der Bildungslandschaft“. Bis Ende des Jahres sei mit einer Entscheidung zu rechnen.

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Wissenstände werden genau erfasst

Die besondere Lernplattform vermittelt nicht nur Inhalte und fragt Wissen ab. Laut dem Leipziger Area9-Geschäftsführer Andreas Kambach erkennt die Software die unterschiedlichen Wissensstände der Lernenden genau. Es hilft ihnen auf individuellen Lernwegen, bis sie ein Thema wirklich verstanden haben.

Neben inhaltlichen Antworten geben die Nutzer Auskunft über ihre Selbstsicherheit von „Das habe ich verstanden“ über „Da bin ich unsicher“ bis zu „Ich habe keine Ahnung“. Gibt jemand eine falsche Antwort, kreuzt aber an, er sei sich sicher, erkennt das System eine unbewusste Inkompetenz – und umgekehrt.

Software kann Lehrer nicht ersetzen

Das System könne mit dem Lernplan für alle Fächer, Schulformen und Altersstufen gefüttert werden, werde aber Lehrkräfte nie ersetzen, betonte Kambach. „Sie haben aber mehr Zeit, auf jeden Schüler einzeln einzugehen.“ Area9 Lyceum ist ein Unternehmen aus Dänemark, das seit 25 Jahren Lernforschung und KI verbindet und bisher vor allem in der Wissenschaft eingesetzt wurde.

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Piwarz betonte, Ziel sei nicht, Lehrkräfte einzusparen und Präsenzunterricht zu ersetzen. „Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig die persönliche Begegnung ist.“ Corona habe aber den Druck für mehr Digitalisierung erhöht. Er könne sich vorstellen, dass der digitale Lernbegleiter zuerst in Kernfächern in höheren Klassen eingeführt und nach und nach in mehr Fachbereichen eingesetzt wird.

Am Leipziger Gerda-Taro-Gymnasium wird die Plattform in Klassenstufe 10 bereits getestet. „Lernvideos sind schön“, sagt Schulleiter Uwe Schmidt. „Aber digitales Lernen beginnt erst mit Künstlicher Intelligenz.“

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