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Sachsen

Fälscher tricksen Dresdner Museum aus

Betrüger jubelten dem Militärhistorischen Museum offenbar falsche Dokumente unter. Jetzt ermittelt der Staatsanwalt.

Blick auf das Militärhistorische Museum in Dresden
Blick auf das Militärhistorische Museum in Dresden © René Meinig

Dresden. Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden ist vermutlich Fälschungen aufgesessen. Die Staatsanwaltschaft Dresden und die Polizeidirektion Dresden ermitteln wegen des Verdachts des Betruges zum Nachteil des Museums, wie beide Behörden am Donnerstag in der sächsischen Landeshauptstadt mitteilten. Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen demnach durch eine Anzeige des Museums.

Es bestünden Anhaltspunkte dafür, dass dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden in den Jahren 2015 und 2016 mehrere Schriftstücke verkauft worden sind, bei denen es sich teilweise um Fälschungen handeln könnte, hieß es. Die Schriftstücke beziehen sich den Angaben zufolge auf das Attentat auf Adolf Hitler und den Umsturzversuch vom 20. Juli 1944.

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Durch Untersuchungen des Museums und des Landeskriminalamtes Sachsen seien bisher zwei Schriftstücke identifiziert worden, bei denen es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Fälschungen handele. Sie waren vom Militärhistorischen Museum als von Claus Schenk Graf von Stauffenberg stammend angekauft worden. Ob weitere angekaufte Schriftstücke gefälscht sind, sei Gegenstand weiterer Ermittlungen. Stauffenberg und andere Widerstandskämpfer wurden nach dem gescheiterten Hitler-Attentat unter dem NS-Regime hingerichtet.

Das Museum selbst hat den Angaben zufolge inzwischen dazu selbst einen umfangreichen wissenschaftlichen Fachbeitrag in der "Militärgeschichtlichen Zeitschrift" veröffentlicht. (epd)

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