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Eine Strafe würde nichts ändern

Wer seinen Impftermin einfach sausen lässt, der verhält sich schäbig gegenüber seinen Mitmenschen, kommentiert Annette Binninger.

Leere Impfzentren? Immer mehr Menschen lassen ihre zweiten Impftermine sausen, angesichts der vermeintlich schwindenden Gefahr durch das Coronavirus.
Leere Impfzentren? Immer mehr Menschen lassen ihre zweiten Impftermine sausen, angesichts der vermeintlich schwindenden Gefahr durch das Coronavirus. © Foto: Marijan Murat/dpa

Es gehört in das Bild einer nachlässig-gleichgültigen Wegwerfgesellschaft, wenn sogar der gebuchte Impftermin lieber nicht wahrgenommen wird, als dass man ihn einem anderen Menschen überließe, der dadurch frühzeitiger einen Immunschutz gegen das Corona-Virus erhalten könnte. Es ist nicht nur gedankenlos, es ist schäbig, sich so zu verhalten. Tausende von Zweit-Impfterminen sind auch in Sachsen bereits „versaust“ worden, als würde es sich um einen 50-Cent-Rabatt-Bon beim Discounter handeln. Nun, das Bild stimmt nicht ganz – den Rabatt-Bon würden vermutlich mehr an der Kasse erkämpfen als den kostenlosen Impftermin.

Dabei geht es um Tausende von Chancen, um schneller die für die langfristige Eindämmung der Pandemie notwendige Herdenimmunität durch etwa 80 Prozent Geimpfte zu erreichen. Es geht um uns alle, um unsere Gesundheit und Freiheit in den kommenden Monaten und Jahren.

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Strafen für Termin-Säumige werden an diesem Verhalten kaum etwas ändern. Das Impfen in Deutschland hat von Anfang an unter zu viel bürokratischem Aufwand gelitten. Bitte nicht noch mehr davon! Außerdem würden Strafen eher noch die latente Angst vor einer Impfpflicht befeuern. Die Triebfeder des Impfens muss Solidarität sein. Die aber lässt sich nicht fördern mit Strafen oder Geldprämien wie etwa in anderen Ländern. Aber wo sind eigentlich in Deutschland die spielerischen, kreativen, intelligenten Mitmach-Aktionen fürs Impfen? Wo ist diese Kampagne stecken geblieben?

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